Autoindustrie PSA und Fiat Chrysler beschließen Fusion

Milliardendeal in der Autobranche: PSA, der Mutterkonzern von Marken wie Peugeot und Opel, will sich mit Fiat Chrysler zusammenschließen. Das neue Unternehmen soll der viertgrößte Autohersteller der Welt werden.
Opel-Produktion in Frankreich: Der Konzern gehört seit 2017 zu PSA

Opel-Produktion in Frankreich: Der Konzern gehört seit 2017 zu PSA

Foto: Stefan Wermuth/ Bloomberg/ Getty Images

Die Opel-Mutter PSA und Fiat Chrysler haben ihre Fusion beschlossen. Das teilten die Unternehmen mit. Die Konzerne wollen mit dem Zusammenschluss den viertgrößten Autohersteller der Welt schmieden. Der Zusammenschluss muss noch von Wettbewerbsbehörden genehmigt werden. Auch die Aktionäre müssen noch zustimmen.

Der neue Konzern nimmt sich vor, 8,7 Millionen Fahrzeuge pro Jahr abzusetzen. Nur noch Volkswagen, Toyota und der französisch-japanische Renault-Nissan-Verbund wären größer als der neue Auto-Gigant. Die Fusion soll laut Mitteilung in den nächsten 12 bis 15 Monaten umgesetzt werden.

PSA und Fiat Chrysler hatten sich bereits Ende Oktober auf offizielle Fusionsgespräche verständigt und damit Wirbel in der Branche ausgelöst. Die Industrie steht derzeit stark unter Druck: Autobauer müssen Milliarden in autonome Autos und Elektromobilität investieren.

Zudem hat Fiat Chrysler Probleme. Der Hersteller hatte unter der Führung des verstorbenen Sergio Marchionne auf große Investitionen in Elektroantriebe verzichtet. Derzeit ist der Konzern vor allem mit den großen Spritschluckern der Marken Jeep und Ram in den USA erfolgreich.

Insgesamt rund 400.000 Mitarbeiter

Der neue Verbund käme auf einen Jahresumsatz von knapp 170 Milliarden Euro und einen jährlichen Betriebsgewinn von mehr als 11 Milliarden Euro. Beschäftigt werden nach früheren Angaben des französischen Wirtschafts- und Finanzministeriums rund 400.000 Menschen.

PSA führt neben Opel die Marken Peugeot, DS und Citroën. Opel gehört seit gut zwei Jahren zu PSA. Fiat Chrysler umfasst unter anderem die Marken Fiat, Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Jeep, Lancia und Maserati.

Mit der Fusion sollen Spareffekte von 3,7 Milliarden Euro erzielt werden, ohne eine Fabrik zu schließen. Ob und falls ja in welchem Ausmaß durch die Fusion Arbeitsplätze bedroht sind, ist aktuell noch unklar.

PSA-Chef Tavares wird Vorstandsvorsitzender

Im neuen Unternehmen wird ein Zusammenschluss "unter Gleichen" mit einem ausgewogen besetzten Vorstand angestrebt. PSA-Chef Carlos Tavares (61) wird Vorstandsvorsitzender. Der Portugiese hat sich als knallharter Sanierer sowohl bei Peugeot als auch bei Opel einen Namen gemacht.

Der Verwaltungsratsvorsitzende von Fiat Chrysler, John Elkann (43), führt seine Arbeit auf gleicher Position im neuen Unternehmen fort. Er ist der Enkel das legendären Fiat-Bosses Giovanni "Gianni" Agnelli (1921-2003) und Ururenkel des Fiat-Gründers Giovanni Agnelli senior (1866-1945).

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Textes wurde der ehemalige Autozulieferer Magneti Marelli als Teil von Fiat Chrysler bezeichnet. Tatsächlich ist das Unternehmen an Calsonic Kansei verkauft worden, daraus entstand 2019 die neue gemeinsame Firma Marelli. Wir haben den Satz gelöscht.

kko/dpa
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