Opel-Mutterkonzern GM zahlt 320 Millionen für Peugeot-Einstieg

General Motors muss für seinen Einstieg beim Rivalen Peugeot 320 Millionen Euro auf den Tisch legen. Der Kauf ist Teil einer Allianz, mit der die beiden Konzerne ihre Probleme im Europageschäft in den Griff bekommen wollen. Die GM-Konzernspitze stellt sich indes hinter die deutsche Tochter Opel.

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Opel

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Detroit - Der US-Autokonzern General Motors (GM) steigt beim französischen Hersteller PSA Peugeot Citroën ein und zahlt für seinen Sieben-Prozent-Anteil 320 Millionen Euro. Dies teilte GM der US-Finanzaufsicht mit. Die beiden Konzerne wollen künftig stark kooperieren und bis 2016 mindestens vier Fahrzeuge gemeinsam entwickeln. Die Vereinbarung gilt für zehn Jahre, hieß es.

Vergangene Woche hatten die Unternehmen mitgeteilt, durch das Bündnis sollten unter anderem Kosten in den Bereichen Forschung und Entwicklung gesenkt werden. GM hofft, dass das seit Jahren verlustreiche Europageschäft der Marken Opel und Vauxhall endlich profitabel wird.

Laut Konzernspitze will GM an beiden Krisenmarken festhalten: "Wir stehen zu Opel und Vauxhall in Europa", sagte Vizepräsident Stephen Girsky am Rande des Automobilsalons in Genf. In den vergangenen Monaten waren immer wieder Gerüchte aufgekommen, GM wolle Opel womöglich verkaufen oder das Opel-Werk in Bochum schließen.

Opel hatte im vergangenen Jahr einen hohen Verlust von 747 Millionen US-Dollar eingefahren, während GM selbst Milliardengewinne verbuchte. Bis zum Jahr 2014 ist Opel allerdings durch ein Abkommen geschützt, das Werksschließungen und weitere Entlassungen ausschließt. Dies war von Unternehmensleitung und Gewerkschaften im Gegenzug für einen strikten Sparplan vor zwei Jahren beschlossen worden.

Die Peugeot-Aktionäre gehen leer aus

Die Gewerkschaft IG Metall wehrt sich nun gegen neue Sparrunden. Man sei sich mit den Betriebsräten einig, dass den sinkenden Verkaufszahlen nicht weiter hinterhergespart werden dürfe, sagte der Frankfurter Bezirksleiter und Opel-Aufsichtratsmitglied Armin Schild am Dienstag. Man werde eine derartige Abwärtsstrategie der Konzernmutter GM nicht mit weiteren Sparbeiträgen der Arbeitnehmer finanzieren und zudem keine Werksschließungen akzeptieren.

Opel habe bereits die niedrigsten Lohnkosten in der deutschen Automobilindustrie, sagte Schild. "Opel hat kein Lohnkostenproblem, sondern Absatz- und Umsatzprobleme." Die seien am besten mit neuen Modellen und einer verbesserten Markenstrategie zu erreichen.

Die Gewerkschaft betrachtet die geplante Kooperation mit PSA Peugeot Citroën Chart zeigen als Chance. Man dürfe nicht vorschnell nur auf mögliche Probleme sehen, sagte Schild. Die technologischen Kompetenzen, die Produktfamilien und die gewerkschaftliche Verankerung der Belegschaften ließen auf gute Ergebnisse für beide Unternehmen hoffen.

Für die Aktionäre von PSA läuft die Allianz allerdings ziemlich enttäuschend an. Während sich das französische Unternehmen im Zuge einer Kapitalerhöhung eine Milliarde Euro frisches Kapital verschafft, sollen die Anteilseigner auf eine Dividende verzichten.

Die neuen Aktien bringt PSA mit einem deutlichen Rabatt auf den Markt: Altaktionäre sollen die Papiere zum Stückpreis von 8,27 Euro bekommen. Der Preis liegt 42 Prozent unter dem Schlusskurs vom Montag.

"Trotz des positiven Ergebnisses brauchen wir die Dividende, um in Projekte zu investieren", begründete PSA-Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon den Verzicht für das Geschäftsjahr 2011.

stk/AFP/Reuters/dpa



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Seite 1
ArnoNym 06.03.2012
1.
Zitat von sysopOpelGeneral Motors muss für seinen Einstieg beim Rivalen Peugeot 320 Millionen Euro auf den Tisch legen. Der Kauf ist Teil einer Allianz, mit der die beiden Konzerne ihre Probleme im Europageschäft in den Griff bekommen wollen. Die GM-Konzernspitze stellt sich indes hinter die deutsche Tochter Opel. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,819623,00.html
Hoffentlich paßt Peugeot gut auf sich auf! GM-Strategie ist nämlich: Einsteigen, aussaugen, wegwerfen. :-( Fragt mal die Leute in Trollhättan...
horowicz 06.03.2012
2.
Zitat von sysopOpelGeneral Motors muss für seinen Einstieg beim Rivalen Peugeot 320 Millionen Euro auf den Tisch legen. Der Kauf ist Teil einer Allianz, mit der die beiden Konzerne ihre Probleme im Europageschäft in den Griff bekommen wollen. Die GM-Konzernspitze stellt sich indes hinter die deutsche Tochter Opel. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,819623,00.html
So wird das aber nichts für den teutschen Überautobauer. Wie soll er denn da zum weltgrößten Autobauer werden, wenn laufend jemand in die Suppe spuckt.
matthias schwalbe 06.03.2012
3.
Aaaah, jetzt verstehe ich, dafür wollten GM damals bestimmt die Kohle zur Opelrettung von unserer Regierung haben... nich' für Opel....nein, nein- das muss der z.G. damals schon gewusst haben... Der ist aber auch in letzter Zeit häufig in den Staaten...
friedenspfeife 06.03.2012
4. Damit ist klar,
Zitat von sysopOpelGeneral Motors muss für seinen Einstieg beim Rivalen Peugeot 320 Millionen Euro auf den Tisch legen. Der Kauf ist Teil einer Allianz, mit der die beiden Konzerne ihre Probleme im Europageschäft in den Griff bekommen wollen. Die GM-Konzernspitze stellt sich indes hinter die deutsche Tochter Opel. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,819623,00.html
zum Jahresende ist Peugeot faktisch pleite. Und das sich die GM Kozernspitze hinter Opel stellt, ist auch ganz klar, da sich das Brutusmesser besser im Ruecken von Opel macht als in der Brust.
anders_denker 06.03.2012
5. Opel und Vauxhall würden sicher gut laufen...
Die Kollegen bei Opel bauen durchaus gute Fahrzeuge - auch wenn die letzten Modelle für den hiesigen Markt etwas "lang" geraten sind. Was mir auffällt, während man mit SEAT, SKODA, AUDI zumindest versucht bestimmte Kauferschichten zu errreichen und trotz gleicher Plattform jede MArke ein eigenes Gesicht hat, kanibalisiert GM die Opel und Vauxhall Verkäufe durch optisch sehr ähnliche Chevy Modelle, welche oft genug im selben Autohaus nebeneinander stehen. Das man OPEL zudem den Markteintritt in vielen Länder verwehrt, dürfte ein weiterer Grund sein. Und ja, entwickeln lies GM viel bei OPEL, aber was kam zurück...
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