Opel PSA rechnet vor Übernahme mit weiteren Verlusten

Der Kauf von Opel durch Peugeot ist beschlossene Sache. Doch an einer harten Sanierung führt kein Weg vorbei. Denn die künftige Opel-Mutter PSA rechnet auch in diesem Jahr mit roten Zahlen.

PSA-Chef Carlos Tavares
AFP

PSA-Chef Carlos Tavares


Der künftige Opel-Eigner PSA stellt sich auch in diesem Jahr auf rote Zahlen bei dem Rüsselsheimer Autobauer ein. Unter der Leitung der bisherigen US-Mutter General Motors (GM) habe es zwar eine Reihe von Fortschritten gegeben, sagte der Chef des französischen Peugeot- und Citroën-Herstellers, Carlos Tavares, auf der PSA-Hauptversammlung. So sei der Umsatz gesteigert und das Minus eingedämmt worden. "Wir müssen aber erkennen, dass die Verluste real sind und es auch 2017 sein werden."

Dauerhaft rote Zahlen haben GM dazu veranlasst, Opel und die britische Schwester Vauxhall an Peugeot zu verkaufen. PSA mit seinen bisherigen Marken Peugeot, Citroën und DS will mit der Übernahme zu einem "europäischen Auto-Champion" und zur Nummer zwei hinter Volkswagen aufsteigen.

Bei Opel wächst die Sorge, dass die künftige Konzernmutter PSA Arbeitsplätze abbauen könnte. Der Betriebsrat fordert deshalb "gerichtsfeste" Garantien und droht mit Streiks.

hej/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
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aktiverbeobachter 10.05.2017
1. Streik
Natürlich werden Arbeitsplätze abgebaut werden. Synergien nutzen und konsolidieren nennen das schlaue Manager immer gern. In so einer Sitauion allerdings mit Streik zu drohen halte ich allerdings ebenfalls nicht für schlau.
spontanistin 10.05.2017
2. Strategie Fehlanzeige!
Opel und PSA sollten sich endlich Gedanken zu einer langfristigen Marken- und Marktstrategie machen; Synergieeffekte zu heben sind wenig originelle und eher kurzfristige Ansätze. Und die jetzige me-too Strategie ohne einzigartige Innovationen können Chinesen und Koreaner besser. Letztere sind sogar inzwischen in der Lage, echte Innovationen hervor zu bringen. Made-in-Germany wird auch nicht ziehen. Etwas Cleveres in Sachen Strategie darf man wohl nicht erwarten. Das Ganze Konstrukt dürfte so schnell in der Hand der Chinesen landen, die sich so hierzulande Marktanteile kaufen werden.
TheFunk 10.05.2017
3. Rheinland-Pfalz und Thüringen
hätten als Teilhaber einsteigen sollen, ähnlich wie Niedersachsen Anteile an VW hält - und VW nur so überleben konnte. Opel so billig herzugeben war ein Fehler.
magerneid 10.05.2017
4.
@spontanistin: Es lässt sich immer leicht über fehlende Innovationen meckern. Fakt ist jedoch, dass Innovationen vor allem erst mal Geld kosten- Geld, welches bei PSA der cleveren strategischen Ausrichtung von Carlos Tavares sei Dank zur Zeit ausreichend eingefahren wird. Was die technische Seite angeht, habe ich keine Bedenken bei dem Deal mit Opel. Die Frage ist nur: wird es PSA jemals schaffen, aus Opel auch imagemäßig Kapital zu schlagen? Es wird nämlich bereits herausfordernd genug, das Preisgefüge bei Opel an Märkten durchzusetzen, an denen es für ähnliche oder niedrigere Preise Škoda oder Hyundai gibt, die im Gegensatz zu Opel als Angebot für "clever buyers" durchgehen. Deswegen kann man für Opel nur hoffen, dass Carlos Tavares den Mut haben wird, im Interesse einer Stärkung der finanziellen Schlagkraft des Konzerns an den richtigen Stellen erstmal abzubauen, das Geld dann in eine potente Entwicklungsabteilung zu investieren und dann Opel zu einer cleveren Alternative für diejenigen zu machen, die für ein Auto einer deutschen Traditionsmarke, die dann aber auch innovative Lösungen und auch ein spannendes Design liefern muss, gerne mehr ausgeben.
rainer_daeschler 10.05.2017
5. Keine gute Idee
Zitat von TheFunkhätten als Teilhaber einsteigen sollen, ähnlich wie Niedersachsen Anteile an VW hält - und VW nur so überleben konnte. Opel so billig herzugeben war ein Fehler.
Niedersachsen ist nicht bei VW eingestiegen. Der Bund und das Bundesland haben VW von der Reichsregierung "geerbt", wobei der Bund seine Anteile später verkauft hat. Volkswagen überlebt genau so, wenn an Stelle von Niedersachsen eine anderer Aktionär den 20% Anteil halten würde. Außerdem, was sollen Rheinland-Pfalz und Thüringen als Besitzer einer Autofirma, die nicht mal eigene Lizenzen für ihre Produkte hat und die nur einstweilig für eine Übergangsphase vom Vorbesitzer erhält?
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