Krise bei Autobauer Opel streicht Tausende weitere Stellen

Seit dem Verkauf an die Konkurrenz aus Frankreich 2017 hat Opel bereits knapp 7000 Jobs gestrichen. Nun soll der Stellenabbau sogar ausgeweitet werden.
Der Autobauer Opel kommt nicht aus der Krise

Der Autobauer Opel kommt nicht aus der Krise

Foto: FRANCOIS LENOIR/ REUTERS

Der traditionsreiche Autobauer Opel kämpft seit Jahrzehnten mit Schwierigkeiten - und hat nun angekündigt, weitere 2100 Arbeitsplätze abzubauen. Im Gegenzug verlängert der Autobauer allerdings die Beschäftigungssicherung für die verbleibenden Mitarbeiter um zwei Jahre bis Mitte 2025, wie das Unternehmen am Stammsitz in Rüsselsheim mitteilte. Das dortige Montagewerk soll mit zusätzlichen Varianten des Kompaktwagens Astra einschließlich eines Hybridmodells ab 2021 im Zweischichtbetrieb gesichert werden. Eine entsprechende Vereinbarung sei mit dem Gesamtbetriebsrat getroffen worden.

Der Jobabbau soll erneut über Freiwilligenprogramme mit Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen organisiert werden. Seit der Übernahme durch den französischen PSA-Konzern im Jahr 2017 hat Opel bereits rund 6800 Stellen auf diesem Wege gestrichen.

Nach Informationen des Gesamtbetriebsrats hat sich das Unternehmen weitere Optionen zum Stellenabbau gesichert. In zwei Stufen könnten so in den Jahren 2022 und 2023 noch einmal jeweils 1000 weitere Jobs gestrichen werden. Ausdrücklich wurden die Transformation der Autoindustrie und die geplante Fusion mit Fiat Chrysler als mögliche Gründe für einen weiteren Abbau genannt. Der Kündigungsschutz für die verbleibende Belegschaft würde dann verlängert - bei voller Ausnutzung des Programms bis Mitte 2029. Die Vereinbarung gilt für die Werke Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern.

"Mit der Vereinbarung sorgen wir für eine weitere deutliche Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit", sagte Opel-Chef Michael Lohscheller. Außerdem gebe sie "unseren Mitarbeitern langfristige Sicherheit". Kritik an den Plänen kommt indessen aus der Politik. "Die Beschäftigten bei Opel dürfen nicht für die Fehler des Managements haften", kritisierte der wirtschaftspolitische Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion, Klaus Ernst. "Selbst ein sozial verträglicher und im Einvernehmen mit der Gewerkschaft gestalteter Personalabbau wird die Zukunft des Konzerns nicht langfristig sichern."

beb/dpa