Nach Dauerkrise Opel verbucht ersten Gewinn seit fast 20 Jahren

Der Sanierungsplan des Eigners PSA scheint Wirkung zu zeigen: Opel meldet erstmals seit 1999 einen operativen Gewinn. Weiteres Wachstum soll nun die Rückkehr nach Russland bringen.
Opel-Fabrik in Kaiserslautern

Opel-Fabrik in Kaiserslautern

Foto: RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Zum ersten Mal seit knapp 20 Jahren hat Opel wieder einen operativen Gewinn ausgewiesen. Dieser habe im vergangenen Jahr 859 Millionen Euro betragen, berichtete der französische Mutterkonzern PSA   .

Die frühere Tochter des US-Konzerns General Motors   hatte zuvor mit ihrer britischen Schwestermarke Vauxhall seit 1999 keinen Gewinn mehr für ein Gesamtjahr ausgewiesen. Von August bis Dezember 2017 gab es noch einen Verlust von 179 Millionen Euro.

PSA, dessen Stamm-Marken Citroën, Peugeot und DS sind, führt Opel seit August 2017 in seinen Büchern. Die neuen Eigner verordneten dem Traditionshersteller einen Sanierungskurs, der zum Teil auf deutliche Proteste stieß. So protestierten Ende vergangenen Jahres Tausende Beschäftigte gegen die Ausgliederung der Entwicklungsabteilung an den Dienstleister Segula.

Opel habe mit seinem Sanierungsplan die Grundlage für eine nachhaltige Zukunft gelegt und wolle "weiteres Potenzial freisetzen", sagte nun PSA-Konzernchef Carlos Tavares. Der Umsatz der Gruppe stieg um 18,9 Prozent auf 74 Milliarden Euro. Auf Opel entfiel dabei ein Umsatz von 18,3 Milliarden Euro. Der Nettogewinn von PSA wuchs um 40,4 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

Mehr Verkäufe außerhalb Europas geplant

Unter PSA solle Opel auf den russischen Markt zurückkehren, teilte der Konzern mit. PSA wolle außerhalb von Europa in den nächsten Jahren deutlich mehr Autos verkaufen. Dazu werde Opel in Russland, Peugeot in Nordamerika und Citroën in Indien auftreten.

Opel hatte sich 2015 - damals noch unter Führung des US-Konzerns General Motors - wegen einer Absatzkrise aus Russland zurückgezogen. PSA-Finanzvorstand Philippe de Rovira sagte, eine internationale Ausbreitung sei wichtig für die Zukunft von Opel. Ein neues Auslandsgeschäft müsse aber profitabel sein. Auch insgesamt müsse Opel profitabler werden, um zu den besten Spielern in der Autoindustrie zu gehören.

dab/dpa/Reuters