Milliarden-Übernahme SAP-Erzrivale Oracle kauft Micros Systems

Es ist für Oracle der teuerste Kauf seit vier Jahren: Der Konzern übernimmt den Softwarehersteller Micros Systems für rund fünf Milliarden Dollar - und startet so einen neuen Angriff auf den deutschen Erzrivalen SAP.

Oracle-Chef Ellison (Archivbild): Konzern mit Milliardenzukäufen breit aufgestellt
REUTERS

Oracle-Chef Ellison (Archivbild): Konzern mit Milliardenzukäufen breit aufgestellt


New York/Redwood Shores - Oracle kauft neues Knowhow. Der SAP-Rivale übernimmt das Unternehmen Micros Systems, das auf Abrechnungssoftware und -hardware für die Tourismus- und Unterhaltungssoftware spezialisiert ist. Der Preis liege bei 5,3 Milliarden Dollar, teilte Oracle mit.

Es ist der teuerste Kauf des kalifornischen Konzerns seit der Übernahme von Sun Microsystems für 7,4 Milliarden Dollar im Jahr 2010. Micros Systems hatte bereits vergangene Woche von den ersten Übernahmegerüchten profitiert. Die Aktie war vergangenen Dienstag um rund 15 Prozent auf 66,33 Dollar hochgeschnellt.

Oracle ist sich mit dem Micros-Verwaltungsrat bereits einig geworden. Die Micros-Aktionäre lockt Oracle nun mit 68 Dollar pro Aktie in bar. Wenn die Anteilseigner das Angebot annehmen und auch die Wettbewerbshüter zustimmen, soll der Kauf im zweiten Halbjahr abgeschlossen werden.

Der Kauf unterstreicht die Ambitionen von Oracle, speziell in dieser Branche besser Fuß zu fassen. Oracle müsse den Handels-Kriegspfad beschreiten, um in den sich entwickelnden Bereichen in der Unternehmenssoftwarebranche zu wachsen, in denen Oracle bislang nicht viel Umsatz generiert, zitierte das "Wall Street Journal" eine Stellungnahme der Investmentbank FBR Capital Markets im Vorfeld der Übernahme.

Stagnierende Umsätze mit Softwarelizenzen hatten Oracle Chart zeigen im gerade abgeschlossenen Geschäftsquartal unter Druck gesetzt. Der Umsatz mit Cloud-Computing-Lösungen stieg zwar um drei Prozent, doch das wog die steigenden Kosten für den Ausbau des Geschäfts für Cloud-Lösungen nicht auf.

Kerngeschäft von Oracle sind eigentlich Datenbanken. Der für seine markigen Worte bekannte Konzernchef Larry Ellison, der 160-mal so viel verdient wie US-Präsident Barack Obama, hat den Konzern aus Redwood Shores jedoch mit zahlreichen Milliardenzukäufen immer breiter aufgestellt, unter anderem mit Buchhaltungsprogrammen. Daher rührt die Rivalität zum deutschen Technologiekonzern SAP Chart zeigen. Europas größtes Software-Haus konkurriert inzwischen auch mit seiner Hana-Datenbanktechnologie mit dem Oracle-Kerngeschäft.

bos/AP/dpa



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