Vom Silicon Valley Oracle verlegt Zentrale nach Texas

Ein weiterer Techkonzern zieht seine Zentrale aus dem Silicon Valley ab: Oracle verlegt das Hauptquartier aus Kalifornien ins texanische Austin. Die Coronakrise dürfte die Entscheidung beeinflusst haben.
Bisherige Oracle-Zentrale im kalifornischen Redwood: Abwanderungswelle aus dem Silicon Valley

Bisherige Oracle-Zentrale im kalifornischen Redwood: Abwanderungswelle aus dem Silicon Valley

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imago stock&people / imago images/ZUMA Press

Mit dem SAP-Konkurrenten Oracle zieht es ein weiteres Schwergewicht der Techindustrie aus dem Silicon Valley nach Texas. Das Hauptquartier sei in die Stadt Austin verlegt worden, teilte Oracle in seinem Quartalsbericht mit . Man erhoffe sich davon bessere Wachstumsaussichten und mehr Flexibilität für die Mitarbeiter. Die Büros der bisherigen Zentrale Redwood bleiben allerdings erhalten.

Viele der Angestellten könnten entscheiden, an welchem Standort sie arbeiten wollen – oder ob sie zum Teil oder vollständig im Homeoffice arbeiten wollen, so heißt es im Quartalsbericht weiter. Ein weiterer wichtiger Grund für den Umzug dürften für den Konzern auch die vergleichsweise hohen Steuern und Abgaben in Kalifornien sein.

Damit verstärkt Oracle einen Trend: Erst Anfang des Monats hatte der IT-Konzern Hewlett Packard Enterprise (HPE) angekündigt, seiner Heimat Silicon Valley den Rücken zu kehren und nach Houston in Texas zu ziehen. Dort habe das Unternehmen bereits seinen größten Beschäftigungsschwerpunkt in den USA. Houston sei ein attraktiver Standort, um künftige Mitarbeiter anzulocken, so HPE. Aktuell werde eine neue Firmenzentrale gebaut. Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk gab für sich persönlich Anfang der Woche ebenfalls den Umzug nach Texas bekannt.

Homeoffice relativiert Bedeutung der Zentralen

Die Coronakrise hatte bereits eine erste Abwanderungswelle aus dem Silicon Valley ausgelöst. Das hat durchaus auch mit den Bedingungen für die Mitarbeiter zu tun. In den vergangenen Jahrzehnten waren vor allem die Mieten im Zentrum der Start-up-Welt immer weiter gestiegen. Die Pandemie mit verstärkter Heimarbeit nutzten viele Mitarbeiter von Techfirmen, um in günstigere Gegenden zu ziehen.

Inzwischen zeichnet sich zudem ab, dass man auch in Zukunft weniger Zeit im Büro verbringen wird. Dadurch sehen die Unternehmen mehr Spielraum bei der Wahl ihres Hauptquartiers. Vor einigen Monaten kündigte bereits zum Beispiel die Datenanalysefirma Palantir an, ihre Zentrale von Palo Alto nach Denver im Bundesstaat Colorado zu verlegen.

Oracle hatte seinen Hauptsitz zuletzt in Redwood City südlich von San Francisco. Oracle war 1977 unter anderem von Larry Ellison gegründet worden. Der Datenbankspezialist gehört damit zu den Unternehmen, die das Silicon Valley groß gemacht und den Boden für die heute marktbeherrschenden Techkonzerne bereitet haben.

fdi/dpa/Reuters
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