Leuchtmittelhersteller Traditionsunternehmen Osram wird österreichisch

Erfolg im zweiten Anlauf: Ausreichend Aktionäre des Lichttechnikkonzerns Osram haben ihre Anteile an den Halbleiterhersteller AMS verkauft. Nun müssen noch die Kartellwächter dem Deal zustimmen.
Osram-Leuchtmittel in der Münchner Zentrale

Osram-Leuchtmittel in der Münchner Zentrale

Foto: Andreas Gebert / REUTERS

Der österreichische Halbleiterhersteller AMS ist auf dem Weg, den deutschen Leuchtmittelhersteller Osram zu übernehmen. AMS habe die Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent überschritten, teilte das Unternehmen kurz nach Börsenschluss mit. Osram gab bekannt, der Konzern habe die Führungsspitze von AMS "zu Zukunftsgesprächen" eingeladen.

Auf der Handelsplattform Tradegate legte die Osram-Aktie nachbörslich gegenüber dem Xetra-Schluss um 10,5 Prozent zu. Die AMS-Papiere gaben etwas nach.

Mehrere kartellrechtliche Genehmigungen stehen für den Erfolg der geplanten Übernahme noch aus. AMS rechnet mit einem Abschluss im ersten Halbjahr 2020.

Finanzkreisen zufolge hielten Hedgefonds zuletzt 35 bis 45 Prozent der Osram-Anteile. 20 bis 25 Prozent lagen demnach bei Kleinaktionären, die schon die erste gescheiterte AMS-Offerte nur zögerlich annahmen, und weitere rund 10 Prozent bei Indexfonds, die diese Aktien halten müssen. Daher war ein signifikanter Teil der Hedgefonds-Anteile nötig, um die Angebotsschwelle zu erreichen.

Werbung bei Hedgefonds und Kleinanlegern

AMS hatte 41 Euro pro Osram-Anteilsschein geboten. Auf Tradegate notiert das Papier mit 42,70 Euro deutlich höher. Die Osram-Aktionäre haben in einer weiteren Annahmefrist noch bis zum 24. Dezember Zeit, ihre Anteilsscheine anzudienen.

Zuletzt hatten sich beide Parteien bemüht, sowohl Kleinanleger als auch Hedgefonds zu überzeugen. So führte AMS-Chef Alexander Everke nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa Gespräche mit rund 50 Hedgefonds in New York und London. Osram-Chef Olaf Berlien ließ sich live zuschalten. Hinzu kamen ein gemeinsamer Brief an die Anteilseigner sowie zahlreiche Werbeanzeigen für die Übernahme.

Nach der ersten Offerte hatte Berlien noch gesagt: "Nach dem Scheitern der bisherigen Übernahmeversuche behalten wir jetzt unsere Eigenständigkeit und gestalten unsere Zukunft selbst."

kko/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.