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11. Juli 2019, 17:45 Uhr

Betrugsskandal

Gericht verschont kranken P&R-Gründer

In einem der größten Betrugsfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte bleibt der mutmaßliche Verursacher ohne Strafe: Das Landgericht München verzichtet auf einen Prozess gegen P&R-Gründer Roth - er ist zu krank.

Der Strafprozess gegen den mutmaßlichen Milliardenbetrüger Heinz Roth ist geplatzt. Der 76 Jahre alte Gründer der insolventen Münchner Containergesellschaft P&R ist wegen Krankheit verhandlungsunfähig, teilte das Landgericht München I mit. Außerdem hoben die Richter auch den Haftbefehl auf. Die Große Wirtschaftskammer geht nach einem gerichtsärztlichen Gutachten davon aus, dass Roth nicht wieder gesunden wird.

Die Skandalpleite von P&R hatte im vergangenen Jahr den möglicherweise größten Betrugsfall der deutschen Nachkriegsgeschichte offengelegt, in dem Roth die Schlüsselfigur ist. P&R hatte 1,6 Millionen Container an 54.000 Anleger verkauft und anschließend in deren Auftrag vermietet. Die Vermietung und der anschließend versprochene Rückkauf der Container durch P&R sollte hohe Renditen bringen.

Nach derzeitigen Erkenntnissen handelte es sich dabei allerdings zu einem großen Teil um Luftbuchungen: Knapp zwei Drittel der angeblich vermieteten 1,6 Millionen Container existierten gar nicht. Die Kunden hatten zuletzt 3,5 Milliarden Euro investiert, der Schaden könnte zwischen 2,5 und 3 Milliarden Euro liegen.

Roth saß seit September 2018 in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hatte den Geschäftsmann im Januar für einen kleinen Teil dieser Fälle wegen Betrugsverdachts angeklagt - konkret waren es 414 Fälle mit einem Schaden von knapp 18 Millionen Euro. Roths vom Insolvenzverwalter in Beschlag genommenes Privatvermögen wird auf 12 bis 13 Millionen Euro geschätzt.

Weit höher ist allerdings die Summe der Forderungen, die rund 1500 P&R-Gläubiger im Insolvenzverfahren über das persönliche Vermögen Roths angemeldet haben: Sie beläuft sich auf eine Milliarde Euro.

fdi/dpa

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