Panama Papers Mossack-Fonseca-Gründer festgenommen

Die Gründer der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca sind offenbar festgenommen worden. Die Kanzlei soll in die Schmiergeldaffäre um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verwickelt sein.
Sitz von Mossack Fonseca in Panama City

Sitz von Mossack Fonseca in Panama City

Foto: STRINGER / REUTERS

Es ist der derzeit größte Korruptionsskandal in Lateinamerika: Der panamaische Präsident Juan Carlos Varela soll im Wahlkampf Spenden von dem brasilianischen Baukonzern Odebrecht erhalten haben. Das behauptet ausgerechnet Varelas ehemaliger Berater - der Rechtsanwalt Ramón Fonseca. Besonders pikant: Fonseca ist Partner der Kanzlei Mossack Fonseca, die durch die Veröffentlichung der Panama Papers bekannt wurde.

Nachdem Fonseca die Vorwürfe gegen den Präsidenten erhoben hatte, wurden er und der zweite Kanzleigründer, der Deutsche Jürgen Mossack, wegen möglicher Verwicklung in die Schmiergeldaffäre festgenommen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet .

Mossack Fonseca wurde vor knapp einem Jahr weltweit bekannt, weil sie Tausende Briefkastenfirmen gegründet haben soll, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen parkten. Fonseca selbst war Varelas persönlicher Berater und stellvertretender Vorsitzender der Regierungspartei Partido Panameñista. Er behauptet nun, Varela persönlich habe ihm gesagt, er habe Spenden von Odebrecht angenommen.

Varela wies die Vorwürfe zurück. Er habe kein Geld von der Firma angenommen, sagte der Staatschef am Donnerstag. Er werde eine Liste mit allen seinen Spendern während des Wahlkampfs 2014 veröffentlichen.

Am selben Tag wurde die Kanzlei Mossack Fonseca von Ermittlern durchsucht. Der Gründer Fonseca bezweifelt daraufhin die Unabhängigkeit der Ermittler: "Ich bin der gekauften Justiz überdrüssig", sagte er. Die Regierung steuere in Panama den Justizapparat. Dass die Büros von Odebrecht nicht durchsucht wurden, offenbare den selektiven Charakter des Justizwesens.

Varela konterte auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im Regierungssitz: "Jene, die sich vor der Justiz verstecken, sprechen von selektiver Justiz". Er werde sich der Öffentlichkeit stellen und alle seine Wahlkampfspenden veröffentlichen.

Auch Generalstaatsanwältin Kenia Porcell erhob schwere Vorwürfe gegen Mossack Fonseca. "Die Kanzlei ist anscheinend eine kriminelle Organisation, die Vermögen und Gelder zweifelhafter Herkunft versteckt", sagte die Chefermittlerin.

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Unterdessen zieht der Odebrecht-Skandal immer weitere Kreise. In mehreren südamerikanischen Ländern wird gegen aktive und ehemalige Präsidenten wegen Korruptionsverdachts ermittelt. Odebrecht soll in zwölf Ländern bis zu 785 Millionen Dollar Schmiergelder gezahlt haben, um dafür Bauaufträge zu erhalten. Der Konzern hat rund 128.000 Mitarbeiter und ist in 26 Ländern aktiv.

nck/dpa
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