Panama Papers Siemens stellt Strafanzeige gegen Unbekannt

Daten aus den Panama Papers legen nahe, dass Siemens im Zuge des Schmiergeldskandals von eigenen Managern über den Tisch gezogen wurde. Das Unternehmen lässt die Vorwürfe nun juristisch prüfen.

Siemens-Fahnen
dapd

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Nach den Enthüllungen der Panama Papers hat Siemens bei der Münchner Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Es gehe darum, dem Elektrokonzern bisher nicht bekannte Sachverhalte aufzuklären, teilte Siemens in einer Stellungnahme mit. "Sollten sich dadurch neue Erkenntnisse über die Veruntreuung von Geldern ergeben, wird Siemens alle rechtlichen Möglichkeiten ergreifen, um auch diese Ansprüche geltend zu machen."

Hintergrund sind Berichte über in Panama gegründete Briefkastenfirmen, über die etwa Politiker Geld ins Ausland geschleust haben sollen. Nach Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" enthalten die Dokumente auch Hinweise im Zusammenhang mit dem Schmiergeldskandal bei Siemens. Demzufolge besteht der Verdacht, dass einstige Siemens-Manager Gelder aus schwarzen Kassen im Zuge des Schmiergeldskandals für eigene Zwecke nutzten - und sowohl den Konzern als auch die Staatsanwaltschaft an der Nase herumführten. Bei dem Elektrokonzern waren über ein System schwarzer Kassen rund 1,3 Milliarden Euro an Schmiergeldern geflossen. Das Geld soll zur Erlangung von Aufträgen im Ausland eingesetzt worden sein. Der Skandal war 2006 aufgeflogen.

Siemens sieht sich als potenziell Geschädigter und hatte bereits angekündigt, die in den Medien dargestellten Vorgänge und auch mögliche Ansprüche zu prüfen. Dazu gehöre die Befragung der beteiligten Personen und ein Auskunftsersuchen an die involvierten Medien sowie die Strafanzeige, teilte das Unternehmen mit.

kpa/dpa



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