Panne von Werbeagentur Jung von Matt blamiert sich mit Logo-Dublette

Obi, Sixt, Bosch: Die Kundenliste der Werbeagentur Jung von Matt ist lang und prominent besetzt. Jetzt unterlief den Werbern jedoch eine peinliche Panne. Sie entwarfen für das hessische Energieunternehmen HSE ein neues Logo. Das erwies sich allerdings als Dublette.
Neues HSE-Design: Frappierende Ähnlichkeit mit anderem Firmenlogo

Neues HSE-Design: Frappierende Ähnlichkeit mit anderem Firmenlogo

Foto: HEAG Südhessische Energie

Jung von Matt

Berlin - "Wir bleiben unzufrieden", ist einer der Leitsätze der Hamburger Werbeagentur (JvM), nachzulesen auf der Firmen-Internetseite. Er soll potentiellen Kunden sagen: Wir bleiben nie stehen, wir werden immer besser.

Unzufrieden ist nun allerdings ein Kunde der Agentur, nämlich das Darmstädter Energieunternehmen HSE, das steht für die HEAG Südhessische Energie AG . Die Firma wollte das eigene Aussehen generalüberholen lassen, Corporate Design, Corporate Identity, ein neues Logo, ein neuer Slogan - ein Auftrag mit einem Volumen von insgesamt rund 400.000 Euro. HSE engagierte dafür die Hamburger Agentur.

Doch bei dem Auftrag lief nicht alles rund, wie das "Handelsblatt" berichtete und wie es ein HSE-Sprecher jetzt SPIEGEL ONLINE bestätigte. Zwar waren die verantwortlichen HSE-Manager angetan von den Entwürfen, die JvM vorlegte, und entschieden sich auch für ein neues Logo: zwei rote Halbkreise, darin in Großbuchstaben der Firmenname und darunter der neue Slogan "Das Ganze sehen".

Doch waren sie nicht gerade erfreut, als sie erfuhren, dass es ein sehr, sehr ähnliches Logo bereits gibt. Die Hennigsdorfer Stahl Engineering GmbH  nutzt es bereits seit 1990, schreibt das "Handelsblatt". Nur die Schriftart sieht bei den Henningsdorfern etwas anders aus.

Halbiertes Honorar

Glück für die Darmstädter: Die Stahlfirma aus Hennigsdorf hatte das Logo nie markenrechtlich schützen lassen. Das haben die Darmstädter jetzt getan. Sie wollen das Logo nutzen und lassen gerade ihre Internetseite auf das neue Design umstellen.

Die Darmstädter betonen zwar, sie sähen die Angelegenheit gelassen. Doch sagte ein Sprecher SPIEGEL ONLINE, mit der Agentur Jung von Matt werde man nicht mehr zusammenarbeiten. Immerhin habe man sich darauf einigen können, dass das Logo-Honorar von etwa 80.000 Euro halbiert werde.

Die Agentur Jung von Matt wollte keinen Kommentar zu der Panne abgeben. Aber einer der Grundsätze der Werber lässt hoffen, nachzulesen ebenfalls auf der Internetseite: "Wir sind kritischer mit uns als mit anderen."

otr
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