Pannenflugzeug
Boeing muss Dreamliner-Auslieferung schon wieder verschieben
Boeing kämpft mit neuen Problemen: Der US-Konzern muss die Erstauslieferung seines Langstrecken-Jets 787 auf das dritte Quartal verschieben. Das Prestigeprojekt Dreamliner liegt jetzt mehr als drei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück.
Everett - Die Fluggesellschaften in aller Welt müssen noch länger auf den Dreamliner von Boeing warten. Der US-Hersteller gab am Dienstag bekannt, dass sich die Erstauslieferung auf das dritte Quartal verschiebt. Die Fertigstellung des Langstrecken-Jets liegt nun mehr als drei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Die Fluggesellschaft ANA sollte die erste Dreamliner ursprünglich im Jahr 2008 bekommen.
Boeing beklagte von Anfang an massive Probleme mit den eingesetzten Verbundmaterialien sowie mit unzuverlässigen Zulieferern. Zuletzt hatte ein Brand in der Bordelektronik einer Testmaschine das gesamte Programm zurückgeworfen. Nun soll die Stromversorgung überarbeitet und eine neue Kontrollsoftware eingespielt werden.
Boeing will auf jeden Fall neuerliche Enttäuschungen bei den Fluggesellschaften vermeiden. "Wir haben etwas Luft eingeplant", sagte Dreamliner-Programmchef Scott Fancher. Vier der sechs Testmaschinen sind bereits wieder flugbereit, die verbleibenden zwei Maschinen sollen in den kommenden Tagen abheben.
Der Dreamliner besteht etwa zur Hälfte aus Leichtmaterialien wie Kohlefasern, die Maschine soll 20 Prozent weniger Energie verbrauchen als Flugzeuge vergleichbarer Größe. Bei der Entwicklung des Flugzeugs gab es immer wieder technische Pannen.
Die andauernden Verzögerungen hatten Boeing bereits einen Milliardenbetrag gekostet. Das Ergebnis des abgelaufenen Jahres solle aber nicht nennenswert in Mitleidenschaft gezogen werden, teilte Boeing mit. Der Airbus-Rivale legt seine Bilanz am 26. Januar vor.