Papenburger Meyer-Werft Kreuzfahrtschiff »Disney Wish« in Richtung Nordsee gestartet

Gerade Werften leiden unter den Nachwirkungen der Coronakrise. Da gilt es als Zeichen der Hoffnung, wenn die Meyer-Werft einen fertigen Kreuzfahrtriesen durch die Ems schickt – wie jetzt gerade.
Die »Disney Wish« auf dem Weg von Papenburg nach Emden

Die »Disney Wish« auf dem Weg von Papenburg nach Emden

Foto: Lars Klemmer / dpa

Das neugebaute Kreuzfahrtschiff »Disney Wish« der Papenburger Meyer-Werft ist am Morgen in Richtung Nordsee gestartet. Der 341 Meter lange Koloss wird über die schmale Ems nach Emden geschleppt. Das Manöver habe mit der Passage der Papenburger Dockschleuse begonnen, teilte die Werft mit.

Firmenintern gilt die »Disney Wish« als das wohl komplexeste jemals gebaute Kreuzfahrtschiff mit besonderen Anforderungen an die Unterhaltungstechnik. Das Innendesign greift Kulissen und Figuren vieler populärer Disney-Trickfilme auf.

Ein Feuerwerk für ein Schiff: Die »Disney Wish« wurde verabschiedet

Ein Feuerwerk für ein Schiff: Die »Disney Wish« wurde verabschiedet

Foto: Lars Klemmer / dpa

Das blau-weiße Kreuzfahrtschiff, das für rund 4000 Passagiere ausgelegt ist, wurde für die Reederei Disney Cruise Line gebaut. Am Heck ziert das Schiff die Märchenfigur Rapunzel. Anfang Februar war das Schiff aus der Bauhalle in Papenburg ausgedockt worden. Ihre Jungfernfahrt soll die »Disney Wish« nach letzten Angaben am 14. Juli antreten. Zuvor steht noch der Endausbau an.

Keine Menschenansammlungen an der Emspassage

Während der Emsüberführung und der anschließenden technischen und nautischen Probefahrten auf der Nordsee sollten sich demnach zunächst etwa 750 Personen an Bord befinden.

Anders als bei früheren Überführungen blieben die oftmals Tausenden Schaulustigen an der rund 40 Kilometer langen Emspassage jedoch aus. Wegen der hohen Coronainfektionszahlen und um einen Auflauf an Emsdeichen zu vermeiden, hatte die Werft die Überführung wie auch schon bei vorherigen Fahrten nicht zuvor angekündigt.

Wann das nächste Kreuzfahrtschiff überführt wird, ist daher nicht absehbar. Auch, weil die Coronakrise die Kreuzfahrtbranche in eine schwere Krise gestürzt hat. Das Problem für Werften: Kreuzfahrtschiffe werden größtenteils erst nach der Übergabe bezahlt .

Die Meyer-Werft hatte angekündigt, den Bestand an Aufträgen verlangsamt bis 2025 abzubauen sowie 1,2 Milliarden Euro und 40 Prozent der Arbeitskapazität einzusparen. 450 Stellen werden in Papenburg abgebaut, damit es nicht noch mehr werden, unterstützt das Land Niedersachsen mit Coronahilfen in Höhe von 14 Millionen Euro .

hba/dpa
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