Paradise Papers E-Mails enthüllen Apples Steuerspar-Methode

Apple hat offenbar aktiv nach Möglichkeiten gesucht, Steuern zu vermeiden. In den Paradise Papers finden sich E-Mails, die kein gutes Licht auf den Konzern werfen.
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Foto: Bodo Marks/ dpa

Der Konzern Apple soll zu den Unternehmen gehören, die sich laut Paradise Papers durch Steuertricks vor Abgaben in Milliardenhöhe gedrückt haben. E-Mails zwischen den Anwälten des Konzerns und der Kanzlei Appleby aus dem Jahr 2014 sollen enthüllen, dass der Konzern aktiv auf der Suche nach einer neuen Steueroase gewesen ist.

Die E-Mails sind einem Netzwerk investigativer Journalisten (ICIJ) zugespielt worden, an dem unter anderem die "New York Times", die BBC, der "Guardian" und "Le Monde" beteiligt waren. Von deutscher Seite gehören "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR dazu.

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Für Apple sind es nicht die ersten Versuche, Steuern zu sparen. Im Jahr 2013 geriet der Konzern in die Kritik, weil er seine Steuerlast durch ein Geflecht von Offshorefirmen senkte und dem US-Fiskus so Milliarden Dollar vorenthielt. Um Steuern in den USA zu sparen, verlagerte Apple mithilfe mehrerer Tochterfirmen Gewinne ins Ausland - die wichtigste hatte ihren Standort in Irland. Apple machte sich dabei einen Widerspruch zwischen dem irischen und dem US-amerikanischen Steuerrecht zunutze: Laut US-Recht muss sich eine Firma in jenem Land beim Fiskus melden, in dem sie gegründet wurde. Nach irischem Recht allerdings muss sie sich dort melden, wo sie gemanagt wird.

Der damalige Konzernchef Tim Cook wies den Vorwurf zurück und nannte Apple den "vielleicht größten Unternehmensteuerzahler" in den Vereinigten Staaten.

Nun allerdings werfen die E-Mails aus den Paradise Papers ein anderes Licht auf Apple. Sie belegen offenbar die Versuche des Konzerns, erneut Steuern zu vermeiden: Nachdem die irische Regierung ankündigte, die Steuergesetze für Unternehmen zu ändern, machte Apple sich demnach auf die Suche nach einem Nachfolgemodell für weitere Steuersparmethoden.

Um weiterhin von Irlands Schlupflöchern zu profitieren, mussten mindestens zwei Tochterfirmen gegründet werden, von denen eine aus einem Null-Steuer-Gebiet geführt wird. Zwei von vier irischen Apple-Firmen bekamen so die Insel Jersey als Standort, berichten die beteiligten Medien.

Wie die BBC berichtet, zeigen die Fragen des Konzerns in einer E-Mail eindeutig, dass es darum ging, die Steuerlast so gering wie möglich zu halten. Apple habe demnach gefragt, ob es möglich sei, "eine offizielle Zusicherung der Steuerbefreiung zu bekommen". Zudem interessiere den Konzern, ob ein Regierungswechsel wahrscheinlich sei und welche Informationen für die Öffentlichkeit zugänglich wären. Dabei wurde den E-Mails zufolge deutlich, dass Apple den Umzug nach Jersey geheim halten wollte.

Apple sieht sich der "Süddeutschen Zeitung" zufolge zu Unrecht beschuldigt. Ein Sprecher des Konzerns teilte der Zeitung mit, dass Apple sich an die Gesetze halte.

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