Patentverletzung SAP muss hohe Geldstrafe an Konkurrenten zahlen

Der Imageverlust dürfte enorm sein: Zum dritten Mal in wenigen Jahren musste sich der Walldorfer Softwarekonzern SAP des Plagiats beschuldigen lassen. Diesmal fällte ein US-Gericht ein drakonisches Urteil: SAP muss fast 140 Millionen bezahlen.

SAP-Logo: Berufung gegen das Urteil wird geprüft
ddp

SAP-Logo: Berufung gegen das Urteil wird geprüft


Stuttgart - Zwei Jahre dauerte das Verfahren. Am Ende ließ der Richter keinen Zweifel daran, wessen Version ihn mehr überzeugte. Er verurteilte SAP zu einer empfindlichen Geldstrafe. Einem Unternehmenssprecher muss der Walldorfer Softwarekonzern rund 139 Millionen Dollar an den Konkurrenten Versata bezahlen. Das Urteil werde genau geprüft, erklärte er. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass SAP Berufung einlegen werde. Ob SAP Chart zeigen bereits Rückstellungen für eine etwaige Zahlung gebildet habe, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen. Wie SAP ist Versata auf Unternehmenssoftware spezialisiert.

Der Patentstreit mit Versata ist nicht der erste, in den SAP verwickelt ist. 2008 hatte SAP einen Patentrechtsstreit mit dem US-Konzern i2 Technologies per Vergleich beendet. Im Rahmen dieses Vergleichs erklärte sich SAP zu einer Zahlung von 83 Millionen Dollar an den Konkurrenten bereit.

Im kommenden Jahr wird voraussichtlich die vom Konkurrenten Oracle Chart zeigen angestrengte Schadenersatzklage gegen SAP vor Gericht verhandelt. Oracle hatte zuletzt einen Schaden von mindestens einer Milliarde Dollar geltend gemacht und wirft SAP Diebstahl geistigen Eigentums im großen Stil vor. SAP hat die Vorwürfe zum Teil bestätigt.

SAP-Aktien zeigten sich von einem negativen Gerichtsurteil wenig beeindruckt und gewannen 1,05 Prozent auf 33,790 Euro.

mik/Reuters/dpa/Dow Jones



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