Milliarden-Deal Paypal will Mobil-Bezahldienst iZettle kaufen

Per Karte am Marktstand bezahlen, das geht mit Mobil-Bezahldiensten wie iZettle. Paypal will sich die Übernahme des schwedischen Unternehmens Milliarden kosten lassen - und hofft, durch den Zukauf zu expandieren.
Foto: Robert Galbraith/ REUTERS

Paypal will mit dem Kauf des schwedischen Mobil-Bezahldienstes iZettle seine bislang größte Übernahme wagen. 2,2 Milliarden Dollar (1,9 Mrd Euro) lässt sich die ehemalige Ebay-Tochter die Transaktion kosten, wie Paypal-Chef Dan Schulman dem Finanzdienst "Bloomberg " bestätigte. Zuvor hatte das "Wall Street Journal " unter Berufung auf Insider darüber berichtet.

iZettle hat sich wie der US-Rivale Square mit mobilen Kartenlesegeräten einen Namen gemacht, mit denen auch kleinere Händler wie etwa Marktstände oder Foodtrucks Kreditkartenzahlungen entgegennehmen können. Durch den Zukauf baut Paypal seine Präsenz in diesem Geschäft kräftig aus und expandiert zugleich in Europa und Lateinamerika, wo iZettle stark vertreten ist.

Es habe in vieler Hinsicht perfekt zusammengepasst, sagte Schulman gegenüber Bloomberg. iZettle rechne 2018 mit Erlösen von rund 165 Millionen Dollar und einem abgewickelten Zahlungsvolumen von etwa sechs Milliarden Dollar. Die Firma wurde 2010 in Stockholm gegründet. Paypal, das bis Mitte 2015 zu Ebay gehörte, ist bei Online-Zahlungen führend und war an der Börse zuletzt über 94 Milliarden Dollar wert.

Der Zeitpunkt der Übernahme ist durchaus bemerkenswert: iZettle hatte erst vor wenigen Tagen einen Antrag für einen Börsengang eingereicht, der dem Unternehmen zu einer Bewertung von rund 1,1 Milliarden Dollar 227 Millionen einbringen sollte. Dass Firmen vor dem Börsendebüt weggekauft werden, ist allerdings nicht ungewöhnlich, wenn die Alteigentümer auf diesem Weg mehr Geld machen können.

ans/dpa
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