"Jedem das Seine" Peek & Cloppenburg warb mit Nazi-Spruch

Peinliche Werbepanne bei Peek & Cloppenburg: Die Hamburger Handelskette warb mit einer Redewendung, die auch von den Nazis verwendet wurde. Das Unternehmen spricht von einer "verbalen Ungeschicklichkeit".
Das Logo der Bekleidungshauskette Peek & Cloppenburg

Das Logo der Bekleidungshauskette Peek & Cloppenburg

Foto: Jens Kalaene/ dpa

Das Bekleidungsunternehmen Peek & Cloppenburg hat mit dem NS-Spruch "Jedem das Seine" für Mode geworben. Der Spruch war am vergangenen Wochenende in einem Werbeprospekt für Hemden, Krawatten und Fliegen im Umkreis von bundesweit mehr als 20 Filialen verbreitet worden, bestätigte das Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg. Der Satz "Jedem das Seine" steht auch am Eingang des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Buchenwald und richtete sich dort an die Lagerinsassen.

Ein Tweet der "Sächsischen Zeitung" zeigt den Werbeprospekt:

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Ursprünglich stammt der Spruch aus der Antike und beschreibt ein philosophisches Prinzip, wonach jeder das Seine bekommen und niemandem das Seine genommen werden solle. Bis heute findet sich deshalb die lateinische Form "suum cuique" auch immer noch als fester Bestandteil in deutschen Gerichtsgebäuden wieder. Die Nationalsozialisten haben den Spruch später umgedeutet und für ihre Zwecke missbraucht.

Das Unternehmen bedauerte sein Vorgehen. Eine Sprecherin nannte die Werbung eine "verbale Ungeschicklichkeit". Zugleich entschuldigte sich die Handelskette dafür, die Gefühle anderer verletzt zu haben. "Dies lag aber in keiner Weise in unserer Absicht", hieß es.

"Eine derartige Werbung ist absolut geschmacklos und geschichtsvergessen", kritisierte der sächsische Linken-Politiker André Schollbach, der die Werbung entdeckt hatte. Er habe "keinerlei Verständnis dafür, dass ein derart bekannter und an Zynismus kaum zu überbietender Nazispruch für Werbezwecke benutzt wird."

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