Peinliche Panne Rating-Agentur S&P wertet irrtümlich Frankreich ab

Verwirrung bei Standard & Poor's: Sie verschickte eine Meldung, in der es hieß, Frankreichs Kreditwürdigkeit habe sich verschlechtert. Ein technischer Defekt, hieß es, als der Irrtum korrigiert wurde. Paris verlangt nun eine behördliche Untersuchung.

Zentrale von Standard & Poor's in New York: versehentlich Frankreich herabgestuft
DPA

Zentrale von Standard & Poor's in New York: versehentlich Frankreich herabgestuft


New York/Paris - Für Verwirrung sorgte die Rating-Agentur Standard & Poor's: An einige Abonnenten ihrer Internet-Seite ging am Donnerstag eine Mitteilung, die eine Verschlechterung von Frankreichs Bonität signalisierte. En Irrtum, wie sich später herausstellte: Die Agentur räumte später einen technischen Defekt ein und betonte, dass Frankreich noch immer die Bestnote "AAA" mit einem stabilen Ausblick habe.

In New York gaben allerdings die Aktienkurse in Folge der Mitteilung vorübergehend nach, während französische Staatsanleihen deutlich an Wert verloren. Der französische Finanzminister Francois Baroin verlangte deshalb umgehend eine behördliche Untersuchung des Vorfalls. Baroin habe die französische Börsenaufsicht AMF sowie ihr europäisches Pendant darum gebeten, die Ursachen und mögliche Folgen des Fehlers zu untersuchen, erklärte das Ministerium.

Die fehlerhafte Nachricht hätte kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt kommen können: Viele Anleger fragen sich seit geraumer Zeit, ob Frankreich seine Bestnote in der Schuldenkrise noch lange verteidigen kann. Außerdem sind die Rating-Agenturen zuletzt wegen ihres Verhaltens in der Schuldenkrise in der Politik ohnehin unter Beschuss geraten.

heb/Reuters

insgesamt 31 Beiträge
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Liberalitärer, 10.11.2011
1. Fehler geschehen
Zitat von sysopVerwirrung bei der Rating-Agentur Standard & Poor's: Sie verschickte eine Meldung, in der es hieß, Frankreichs Kreditwürdigkeit habe sich verschlechtert. Ein technischer Defekt, hieß es, als der Irrtum korrigiert wurde. Paris verlangt nun eine behördliche Untersuchung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,797107,00.html
Dumm gelaufen. Aber klar verschickt man so etwas versehentlich? Natürlich.
brux 10.11.2011
2. Beweis
Fuer mich beweist dieses "Versehen", dass die Ratingagenturen systematisch die Spekulation gegen Frankreich vorbereiten. Hier hat halt der Praktikant die Nachricht vorschnell verschickt. Den Agenturen muss endlich das Handwerk gelegt werden. Die europaeischen Bueros sind sofort zu durchsuchen und im geringsten Zweifel sind sie zu schliessen. Schliesslich gab es auch ein Leben bevor diese Agenturen existierten. Nicht systemrelevant, wuerde ich sagen.
firlefranz2 10.11.2011
3. Versehen
Dieser Wahnsinn muss ein Ende haben. Wie kann es sein, dass eine kleine Clique von angeblich ach so objektiven Finanzgurus, die natüüürlich ohne jegliche Eigeninteressen handeln, über das Schicksal ganzer Nationen richten dürfen? Es ist doch absolut naiv zu glauben,dass diese Leute, bei dieser Machtanballung,ohne jeden politischen Einfluss aus Washington handeln. Hier soll der Euro und die Wirtschaftskraft Europas zerschossen werden. Nix anderes.
Triple_AAA 10.11.2011
4. Blödsinn,
Zitat von firlefranz2Dieser Wahnsinn muss ein Ende haben. Wie kann es sein, dass eine kleine Clique von angeblich ach so objektiven Finanzgurus, die natüüürlich ohne jegliche Eigeninteressen handeln, über das Schicksal ganzer Nationen richten dürfen? Es ist doch absolut naiv zu glauben,dass diese Leute, bei dieser Machtanballung,ohne jeden politischen Einfluss aus Washington handeln. Hier soll der Euro und die Wirtschaftskraft Europas zerschossen werden. Nix anderes.
man doktert an den Syptomen wie den pösen Ratingagenturen, die eigentlich nur den Istzustand feststellen, verdrängt aber die wahren Ursachen, wie exessive Schuldenpolitik und mangelte Wettbewerbsfähigkeit.
Kopflaus, 10.11.2011
5. Geschickt verschrieben
Wunderlich allein schon, dass es ungewollt verschickt wurde. Aber es wurde ja offenbar auch formuliert - durch Ungeschicktheit?
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