Brasilianischer Ölgigant Chefin von Petrobras tritt zurück

Der milliardenschwere Korruptionsskandal bei Petrobras hat Folgen. Konzernchefin Maria das Graças Foster und fünf weitere hochrangige Manager des Energieriesen treten zurück.

Managerin das Graças Foster: Rücktritt nach Korruptionsskandal
AP/dpa

Managerin das Graças Foster: Rücktritt nach Korruptionsskandal


Rio de Janeiro - Die Chefin des von einer massiven Korruptionsaffäre erschütterten brasilianischen Ölkonzerns Petrobras, Maria das Graças Foster, tritt zurück. Das gab das staatlich kontrollierte Unternehmen am Mittwoch in Rio de Janeiro bekannt.

Gemeinsam mit der Firmenchefin gehen noch fünf weitere hochrangige Manager des Konzerns. Am Freitag trete der Aufsichtsrat zusammen, um eine neue Führungsspitze zu wählen, hieß es in einer Mitteilung.

Graças Foster - eine enge Vertraute von Staatschefin Dilma Rousseff - zog dem Vernehmen nach die Konsequenzen aus den seit Monaten laufenden Ermittlungen zu einem Korruptionsskandal, bei dem über Jahre hinweg hohe Schmiergelder gezahlt worden sein sollen. Der Schaden für Petrobras geht in die Milliarden.

Bereits am Dienstag hatten Gerüchte über einen bevorstehenden Wechsel bei Petrobras die Aktienkurse des Öl-Multis an der Börse nach oben getrieben.

ssu/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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carahyba 04.02.2015
1.
Die PETROBRAS ist bis in die mittlere Führungsebene vollkommen korrupt. 6 Hanserl auszutauschen ist ein Witz, der komplette Aufsichtsrat ist gleichfalls korrupt. Die PETROBRAS ist zu einem Selbstbedienungsladen geworden, ab der Ebene des Abteilungsleiters. Tausende von Korrupten müssten ausgetauscht werden. 88 Milliarden Real hat die PETROBRAS im Jahr 2013 Miese gemacht. Das sind mehr als 25 Milliarden EURO nach augenblicklichem Umrechnungskurs. Die Staatspräsidentin müsste sofort zurücktreten und die Hälfte der Politiker in Parlament und Senat müssten sofort verhaftet werden. Brasilien ist leider zu einem "failed state" geworden. Die Korruption hat diesen Staat zerstört, die politischen und ökonomischen Eliten sind irre reich mindestens 50% der Bevölkerung lebt am Rande oder unter der brasilianischen Armutgrenze. Gegenteilige Statistiken sind grob gefälscht. Von ca. 15 Milliarden Dollar ist nicht bekannt wo sie abgeblieben sind. Irrsinn x Irrsinn ^ Irrsinn ... Das Gros der Bevölkerung hat nicht begriffen was da abgelaufen ist. Fernsehen und Rundfunk unterschlagen wesentliche Details.
eckawol 04.02.2015
2. Zurück zu alten brasilianischen Zeiten
wurde am Ende der Lula-Zeiten und von der aktuellen Staatschefin Dilma Rousseff geübt. Solange es Brasilien gut ging, fiel das dem "Durchschnitts-Bürger" in Brasilien nicht auf. So konnten u.a. die Führungskräfte im staatlich beteiligten PETROBRAS in die eigenen Tasche wirtschaften. Ähnlich wie im Nachbarstaat Argentinien unter Führung der Familie Kirchner. Aber die Rahmenbedingungen änderten sich grundlegend etwa 2 Jahre vor der Fußball-WM. Frau Rousseff wollte und will das nicht wahrhaben; so wie Frau Fernández de Kirchner in Argentinien.
raber 04.02.2015
3. Petrobras Korruption und viele Unentdeckte
Zurücktreten reicht nicht aus wenn sie tatsächlich korrupt sind oder ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Zumindest sind einige im Gefängnis Brasiliens gelandet. Hoffentlich endet diese Geschicht nicht so wie bei den meisten Aufsichtsräten und Vorständen Deutschlands, die sich an nichts erinnern können und frei herumlaufen. Waren der damalige Präsident Lula und die Energieministerin Roussef taub und blind oder wieso haben sie angeblich nichts von den 4 Milliarden Zusatzkosten erfahren? So viel Diebstahl ist eine Zumutung für Brasiliens arme Bevölkerung und ein Armutszeugnis für die Staatsanwaltschaft und Justiz.
European 05.02.2015
4. Korruption gibt es in jeder etwas größeren Firma
so etwas ist ganz einfach menschlich. Die Summen um die es bei Petrobras geht, sind Peanuts im Vergleich zur Substanz des Unternehmens. Wenn ich daran denke was bei Mannesmann oder der Deutschen Bank die letzten Jahren los war, stehen die Brasilianer wie Pfandfinder da. Jedenfalls ist jetzt ein günstiger Zeitpunkt um in diesen halbstaatlichen Konzern zu investieren, der zu ca 1/3 des Buchwertes notiert.
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