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15. Februar 2017, 11:05 Uhr

Übernahmepläne

Peugeot-Chef will mit Merkel über Opel sprechen

Der mögliche Verkauf von Opel an Peugeot stößt bei Bundesregierung und Gewerkschaften auf Skepsis. Peugeot-Chef Tavares will nun persönlich für das Vorhaben werben. Mary Barra, Chefin des bisherigen Besitzers General Motors, ist bereits nach Deutschland gereist.

Der Peugeot-Mutterkonzern PSA versucht, Zweifel an seinen Übernahmeplänen für Opel zu zerstreuen. PSA-Chef Carlos Tavares sei zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Gewerkschaften bereit, sagte ein Unternehmenssprecher. Es gehe dem PSA-Chef um eine Öffnung und ein Bündnis. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über den Vorstoß berichtet.

Bundesregierung und IG Metall hatten sich von den Verkaufsgesprächen zwischen der Peugeot-Mutter PSA und dem Opel-Eigner General Motors (GM) überrascht gezeigt. Die neue Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) bezeichnete es als "inakzeptabel", dass die beiden Unternehmen vorab Betriebsrat, IG Metall sowie Landes- und Bundesregierung nicht von ihren Plänen informiert hätten.

GM-Chefin Mary Barra wirbt bereits in Deutschland für den geplanten Deal. Barra sei derzeit zu Gesprächen mit dem Opel-Team in der Zentrale in Rüsselsheim, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch. Dort treffe sie sich mit dem Opel-Aufsichtsratsvorsitzenden Dan Ammann.

Die Konzerne loten nach eigenen Angaben verschiedene Möglichkeiten zur Expansion und Kooperation aus. Es sei jedoch noch ungewiss, ob eine Einigung erzielt werde. Die beiden Autohersteller arbeiten bereits seit 2012 bei verschiedenen Projekten in Europa zusammen und waren zwischenzeitlich auch auf der Kapitalseite miteinander verbunden. Bei einer Übernahme würde PSA zum zweitgrößten Autoproduzenten in Europa hinter Volkswagen aufsteigen.

Bei Opel stehen nach Einschätzung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer Tausende Jobs auf dem Spiel. Vor allem am Stammsitz Rüsselsheim könnten zentrale Einheiten verkleinert oder ganz abgebaut werden, weil ihre Aufgaben im Konzern übernommen werden könnten, betonte Dudenhöffer am Mittwoch. Betroffen wären etwa der Einkauf, der Vertrieb, das Marketing sowie Teile des Entwicklungszentrums. Mindestens ein Drittel der rund 15.000 Jobs in Rüsselsheim stünde bei einer Übernahme zur Disposition.

Verdüsterte Aussichten für deutsche Werke

Die Opel-Produktion würde laut Dudenhöffer voraussichtlich in den ebenfalls nicht ausgelasteten PSA-Autobau eingegliedert. Das lasse sich aus der bisherigen Mehrmarken-Strategie der PSA mit Peugeot, Citroen und DS ablesen. "Es gibt keine Markenwerke, sondern nur Konzernwerke, in denen alle Markenprodukte gefertigt werden", sagte der Direktor des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen. Die vorhandenen Kapazitäten seien eher zu groß, sodass die Lage für die Opel-Werke in Eisenach und Kaiserslautern sich verschlechtert habe.

Opel hat rund 38.200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Das Traditionsunternehmen wurde 1862 in Rüsselsheim gegründet und 1929 vom US-Konzern General Motors übernommen. Die Adam Opel AG hat als GM-Europatochter seit 1999 keinen Gewinn in Detroit abgeliefert und auch 2016 die Rückkehr in die Gewinnzone nicht geschafft. Stattdessen betrug der operative Verlust für 2016 rund 257 Millionen Dollar. Das war immerhin eine deutliche Verbesserung nach 813 Millionen Dollar Verlust im Jahr zuvor.

dab/dpa

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