Peugeot China hilft bei der Genesung

Die Partnerschaft mit dem chinesischen Autobauer Dongfeng galt als riskanter Schritt. Für den PSA-Konzern hat sie sich jedoch bislang ausgezahlt. Der Hersteller der Marken Peugeot und Citroën steht deutlich besser da als ein Jahr zuvor.

Peugeot-Sportler RCZ: Imageträger mit Exotenstatus
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Peugeot-Sportler RCZ: Imageträger mit Exotenstatus

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Produktpalette:

Schwerpunkt der Modellpalette bilden Autos der Kompaktklasse bis hin zur gehobenen Mittelklasse. Der Golf-Konkurrent Peugeot 308 ist die tragende Säule des Programms. Dann gibt es noch einige Vans, Kleinwagen und Crossover-Modelle. Der Sportwagen RCZ gilt eher als Imageträger. Die Konzernschwester Citroën will mit der noblen DS-Linie den Ruf einer designorientierten Premiummarke zurückgewinnen.

Technologie:

Die Alltagsautos von PSA warten mit eher simpler Technik auf. Der Dieselrußfilter verschaffte dem Konzern zumindest eine Zeit lang ein Alleinstellungsmerkmal. Doch diesen Vorsprung hat die Konkurrenz inzwischen längst aufgeholt. Eine andere technische Entwicklung könnte zumindest in der Zukunft von Bedeutung sein: ein Hybrid, bei dem ein Druckluftspeicher die teure und schwere Batterie ersetzt. Das System ist derzeit in der Erprobung, soll aber bereits vielversprechende Ergebnisse liefern.

Absatzmärkte:

Nach langer Krise steigen die Verkaufszahlen wieder stark an. Den entscheidenden Anteil am Aufschwung hat China: Hier stiegen die Verkaufszahlen um 44 Prozent. Die Kooperation mit dem neuen Großaktionär Dongfeng macht sich positiv bemerkbar. Vor allem die DS-Linie von Citroën findet dort großen Anklang. Im Stammmarkt Europa, der 60 Prozent der Nachfrage ausmacht, verbucht der Konzern wieder verstärkt Auftragseingänge und erwartet für 2014 ein Absatzplus von bis zu sieben Prozent, in Frankreich selbst sollen es sogar 8,7 Prozent sein. Sorgen hingegen bereiten Lateinamerika und Russland.

Profitabilität:

Die starke Nachfrage auf dem Heimatmarkt bringt auch wieder Geld in die Kasse. Stärker noch trug aber die Zuliefertochter Faurecia dazu bei, dass PSA im ersten Halbjahr 2014 erstmals seit Langem wieder operativ ein Plus schaffte. Infolge der Ukraine-Krise dürfte einiges davon wieder verloren gegangen sein. Konzernchef Carlos Tavares will in zwei bis drei Jahren wieder die Gewinnzone erreichen.

Betriebsfrieden:

Der französische Staat als zweiter Großaktionär neben Dongfeng achtet darauf, dass die Konzernführung nicht leichtfertig über Werksschließungen in Frankreich nachdenkt. Das kostet zwar Geld, hält aber die traditionell sehr streitbare Belegschaft bei Laune. Die Stimmung ist angesichts der zunehmenden Aufträge aber ohnehin recht gut.



insgesamt 4 Beiträge
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ernstrobert 18.01.2015
1. gesteuertes Marketing
Zu PSA schreiben Sie: "Der Dieselrußfilter verschaffte dem Konzern zumindest eine Zeit lang ein Alleinstellungsmerkmal. Doch diesen Vorsprung hat die Konkurrenz inzwischen längst aufgeholt." Tatsächlich ist der Vorsprung keineswegs aufgeholt; nach meinen Erfahrungen funktionieren die Filter von Daimler oder VW nach kurzer Zeit nicht mehr. Deren Diesel stinken nach wie vor und setzen Unmengen Feinstaub frei. Dafür haben sie die schwachsinnige Start-Stopautomatik. Der deutsche TÜV und andere (deutsche) Normensetzer sehen darüber großzügig hinweg. Fast alle Normen in der EU werden inzwischen von deutschen Lobbyisten diktiert, gerade auch was Umweltfreundlichkeit angeht. Fragen Sie mal einen, der dort tieferen Einblick hat.
derschlumpf 18.01.2015
2. Die Alltagsautos von PSA
"Die Alltagsautos von PSA warten mit eher simpler Technik auf. Der Dieselrußfilter verschaffte dem Konzern zumindest eine Zeit lang ein Alleinstellungsmerkmal." Was für ein Quatsch schreibt der anscheinend von VW gesponsorte Autor hier? Simple Technik - aha. Deswegen wurde der 308 auch als Auto des Jahres von Journalisten quer durch Europa gewählt - wobei dies ja auch vor allem hier im Spiegel eher ignoriert wurde. Mehr Sachlichkeit und Objektivität wäre auchj hier angebracht!
ballex 19.01.2015
3. @ernstrobert
Soso, die Partikelfilter der deutschen Hersteller gehen nach kurzer Zeit kaputt. Ich kenne allerdings etliche Fahrzeuge über 150.000km die noch den ersten Filter drin haben und einwandfrei funktionieren...komisch. Naja die Besitzer werden mich alle aus Scham anlügen, ganz bestimmt! ;)
ernstrobert 19.01.2015
4. Sicherheits- und Umweltnormen
Zitat von ballexSoso, die Partikelfilter der deutschen Hersteller gehen nach kurzer Zeit kaputt. Ich kenne allerdings etliche Fahrzeuge über 150.000km die noch den ersten Filter drin haben und einwandfrei funktionieren...komisch. Naja die Besitzer werden mich alle aus Scham anlügen, ganz bestimmt! ;)
Frage, ob die Besitzer die Funktionstüchtigkeit beurteilen können. Ich berufe mich auf Aussagen von Werkstätten. Viele Prüfverfahren sind einfach genau an den Profilen der einheimischen Hersteller orientiert, auch die Sicherheitsanforderungen. Außerdem sprach ich von den so hoch gelobten Start-Stopautomatiken, deren Fehlen in jedem ADAC-Test zur Abwertung um 2 Stufen führt. Doch gibt es einen einzigen wissenschaftlich fundierten Nachweis, dass Aufwand und tatsächlicher (Umwelt)Nutzen hier in einem halbwegs vertretbaren Verhältnis stehen?
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