AstraZeneca-Kauf Pfizer-Chef wirbt im britischen Unterhaus um Gunst der Politik

Schafft Pfizer den Durchbruch bei AstraZeneca? Der US-Pharmakonzern wirbt in der britischen Politik für sein Übernahmeangebot - und könnte sogar noch etwas drauflegen.

Pfizer-Logo: Sorgen vor möglichen Auswirkungen auf die Forschung
AFP

Pfizer-Logo: Sorgen vor möglichen Auswirkungen auf die Forschung


New York/London - Der US-Pharmakonzern Pfizer setzt alles daran, um den britisch-schwedischen Konkurrenten AstraZeneca zu übernehmen. Pfizer-Chef Ian Read ist am Dienstag im britischen Unterhaus in London zu Gast. Dort wird er versuchen, die Abgeordneten auf seine Seite zu ziehen.

Pfizer versucht - bisher erfolglos -, AstraZeneca mit einem mehr als 100 Milliarden Dollar schweren Angebot zu kaufen. Politiker in Großbritannien und Schweden fürchten insbesondere die möglichen Auswirkungen auf Forschung und Beschäftigung. Auf Skepsis stößt bei manchem Beobachter auch der steuerliche Aspekt des Mega-Deals. Pfizer sitzt auf hohen Barbeständen, die außerhalb der USA mit der Übernahme steuerschonend investiert werden könnten.

Unterdessen könnte Pfizer im Kampf um AstraZeneca vor einer möglichen feindlichen Offerte offenbar noch einmal nachlegen. Das Gebot des US-Konzerns für den Konkurrenten solle dabei leicht über das bisherige Niveau von 63 Milliarden Pfund (106 Milliarden Dollar) angehoben werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf Insider. Zudem solle der Baranteil weiter zulegen. Damit will Pfizer die Zustimmung des AstraZeneca-Managements gewinnen. Dieses wehrt sich bislang gegen eine Übernahme. Sprecher beider Unternehmen wollten die Informationen nicht kommentieren.

Auf dem Pharmamarkt fanden zuletzt mehrere Übernahmen statt: Zuletzt erwarb etwa Bayer für umgerechnet rund zehn Milliarden Euro die Sparte für rezeptfreie Medikamente des US-Konzerns Merck & Co. Auf weniger Gegenliebe stößt ein anderer Vorstoß. Der Botox-Hersteller Allergan wies am Montag ein milliardenschweres Kaufangebot von Valeant Pharmaceuticals zurück. Das Gebot sei bedeutend zu niedrig, hieß es zur Begründung. Valeant hatte für Allergan eine Offerte auf den Tisch gelegt, die den Pharmakonzern mit rund 46 Milliarden Dollar bewertet.

yes/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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prisma-4d 13.05.2014
1. ...es muss verbrannt werden...
...denn die Konzerne haben zu viel Geld.. Die "Kriegskassen" sind gefüllt, liest man auf Börsen - News. Krieg heist: Hohe Koste, viele Opfer und rentiert sich nur für ganz wenige. Das viele "Auslandsgeld" in Forschung, Innovation oder Mitarbeiter zu investieren ist scheinbar keine Option... denn der Vorstand bekommt nur dann Millionen-Boni wenn er Milliardengeschäfte einfädelt. Würden die Manager "nur" ihr Gehalt bekommen, kämen sie nicht auf Milliarden-teurere-Kriege.
raber 13.05.2014
2. Management-Gelder als Kóder
Wie bei so vielen Firmenübernahmen erhalten die allerobersten Manager über-fürstliche Zahlungen für ihr "Opfer". Diese Manager vertreten schon seit langer Zeit nicht mehr ihre Firmen sondern ihre eigenen Interessen jedweder Art. Pfizer ist in den letzten Jahren insbesonders durch Übernahmen gewachsen und hat selber nicht viel auf die Beine gestellt. Das muss nicht negativ sein, wäre aber auch ein weiterer Grund warum diese Zahlungen erfolgen.
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