Pharmaindustrie Biontech kauft Krebsspezialisten in den USA

Mit dem Coronaimpfstoff hat Biontech Milliarden verdient. Das Geld nutzt das Unternehmen jetzt, um sich verstärkt seinem ursprünglichen Forschungsziel zu widmen.
Biontech-Zentrale in Mainz: Expansion auf dem US-Markt

Biontech-Zentrale in Mainz: Expansion auf dem US-Markt

Foto: Andreas Arnold / DPA

Biontech verstärkt sich im Bereich der Krebsimmuntherapien mit einem Zukauf in den USA. Von Kite Pharma, einer Tochter des amerikanischen Biotechkonzerns Gilead, übernehmen die Mainzer nach eigenen Angaben eine Produktionsstätte in Gaithersburg im US-Bundesstaat Maryland. Sie soll die bestehende Zelltherapie-Produktionsstätte in Idar-Oberstein ergänzen und die Entwicklung von Krebsarzneien in diesem Feld beschleunigen. Dafür kauft Biontech auch eine Forschungs-Plattform für TCR-Zelltherapien von Kite. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Biontech hatte bereits im vergangenen Jahr die US-Firma Neon Therapeutics für 67 Millionen Dollar gekauft, um seine Position bei T-Zelltherapien auszubauen. Das Mainzer Biotechunternehmen ist inzwischen vor allem für seinen Covid-19-Impfstoff bekannt, wurde aber mit dem Ziel gegründet, individualisierte Krebstherapien zu entwickeln. Die am weitesten vorangeschrittene Krebsarznei von Biontech, die in Zusammenarbeit mit der Roche-Tochter Genentech entsteht, befindet sich in der zweiten von drei Phasen der klinischen Entwicklung.

TCR-Therapien gehören zu den Krebsimmuntherapien, die darauf abzielen, das körpereigene Abwehrsystem so zu aktivieren, dass es Krebszellen erkennen und zerstören kann. Ärzte entnehmen dem Patienten bei dieser Therapie T-Zellen des Immunsystems, verändern sie genetisch mit dem Ziel, dass sie die Krebszellen als feindlich erkennen, und verabreichen sie dem Patienten zurück. Auf diesem Gebiet forschen auch Unternehmen wie Bayer, Novartis oder Johnson & Johnson.

mik/Reuters
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