Pilotenstreik Lufthansa sucht Showdown vor Gericht

Der Massenstreik der Piloten bringt die Lufthansa in Bredouille. Hunderte Flüge fallen aus, sogar Notverbindungen werden gestrichen, Passagiere sind frustriert. Jetzt zieht der Konzern die Notbremse: Er versucht, die Ausstände mit einer einstweiligen Verfügung zu stoppen.


Hamburg - Die Reaktion kam rasch: Nur zwölf Stunden nach Beginn des wohl größten Lufthansa-Streiks aller Zeiten zieht die Airline die Notbremse. Sie versucht, ihre aufmüpfigen Piloten per einstweiliger Verfügung zum Fliegen zu zwingen. Beim Arbeitsgericht Frankfurt sei ein Antrag auf eine einstweilige Verfügung eingereicht worden, bestätigte eine Lufthansa-Sprecherin SPIEGEL ONLINE. Der Streik sei unverhältnismäßig. Lufthansa sei verpflichtet, Schaden von Unternehmen, Mitarbeitern und Aktionären abzuwenden.

Das Arbeitsgericht Frankfurt verhandelt bereits am späten Montagnachmittag über den Antrag des Unternehmens. Um 17.30 Uhr sollen bei der Verhandlung der vierten Kammer die Fluggesellschaft und die Vereinigung Cockpit angehört werden, sagte ein Gerichtssprecher. Einem Sprecher zufolge wollen Lufthansa und Lufthansa Cargo den Pilotenstreik anfechten, da die Streikforderungen bezogen auf die Tochter Lufthansa Italia mit Sitz in Mailand keine zulässigen Streikziele darstellten. Direkt im Anschluss an die Verhandlung soll eine Entscheidung fallen. Gibt das Gericht dem Antrag statt, wäre der Streik vorläufig gestoppt.

Die Vereinigung Cockpit (VC) rechnet sich gute Chancen aus, dass die Klage zurückgewiesen wird. Der Chef der Tarifkommission, Thomas von Sturm, hatte den Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit schon am Wochenende zurückgewiesen: Eine rechtliche Prüfung habe ergeben, dass die Anschuldigung haltlos sei.

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Streik am Montag: Ausnahmezustand an Flughäfen

Der Pilotenstreik wirbelt Deutschlands Luftverkehr gehörig durcheinander. Hunderte Flüge wurden bereits gestrichen, der Konzern erwartet, dass im Laufe des Tages gut die Hälfte aller Verbindungen ausfallen.

Schon jetzt sind einige Flüge mehr ausgefallen als geplant. Am Hamburger Flughafen fielen acht Sonderflüge aus, von den geplanten 44 Verbindungen konnten nur 36 geflogen werden. "Die Crews sind einfach nicht erschienen", sagte ein Flughafensprecher SPIEGEL ONLINE. An manchen Schaltern bildeten sich in den Morgenstunden lange Schlangen. Einige Passagiere reagierten frustriert. "Die Lufthansa hätte sich besser vorbereiten müssen", schimpfte ein Reisender.

In Berlin Tegel waren die Terminals am Mittag fast leer - obwohl hier ebenfalls mehr Flüge ausfielen als geplant. Es starteten nur noch 26 von sonst 70 Lufthansa-Flügen, zwei weniger als im Sonderflugplan von Sonntagabend vorgesehen. Die Passagiere einer Maschine nach München hätten komplett auf die Bahn umsteigen müssen, sagte ein Sprecher SPIEGEL ONLINE. Vor allem für Auslandsreisende war der Ausstand teils bitter: Der Notfallplan sieht die ganze Woche lang keinen einzigen Auslandsabflug mehr aus Berlin-Tegel vor, manche können nun erst eine Woche später ihre Lufthansa-Flüge antreten.

In München ist die Lage wenig übersichtlich - bis zum Mittag wurden mehr als 50 Flüge gestrichen. Immer wieder fielen auch Sonderflüge aus, in der Regel erfuhren das die Passagiere erst sehr kurzfristig. Vor dem Lufthansa-Schalter bildete sich zwischenzeitlich eine Schlange mit schätzungsweise 100 Personen. Sie alle wollten ihre Tickets umtauschen. Manche Reisende zogen frustriert nach Hause ab, andere versuchten, ihr Hotel am Urlaubsort zu stornieren - oft vergeblich.

Zur Übersicht, welche Flüge wo ausfallen, siehe die Karte in der linken Spalte oder klicken Sie hier. Bei Fragen zu Fluggastrechten und Umbuchungen klicken Sie hier.

Vermittlungsversuche in letzter Minute gescheitert

Sollte das Arbeitsgericht den Ausstand nicht stoppen, ist auch in den kommenden Tagen keine Besserung der Lage zu erwarten: Der Arbeitskampf soll laut Cockpit noch bis zum Donnerstag fortgesetzt werden. Den Piloten geht es vor allem um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze. Sie wollen verhindern, dass Flüge aus dem Mutterkonzern auf ausländische, billigere Töchter verlagert werden.

Was die Streitparteien wollen
Die Verhandlungslinie der Piloten
Die Gewerkschaft Cockpit befürchtet einen sukzessiven Abbau der hochbezahlten Piloten im Konzerntarifvertrag. Sie will eine Verlagerung von Arbeitsplätzen auf neu übernommene oder neugegründete Töchter vermeiden und fordert daher eine "belastbare Beschäftigungsgarantie" für die Flugzeugführer. Im Gegenzug für diese Arbeitsplatzgarantie hatte sich die Gewerkschaft bereiterklärt, auf ihre zu Beginn der Verhandlungen im Mai geforderte Lohnerhöhung von 6,4 Prozent für zwölf Monate zu verzichten und eine Nullrunde zu akzeptieren. Der Konzerntarifvertrag umfasst neben der Lufthansa Passage die Töchter Lufthansa Cargo und Germanwings.
Die Verhandlungslinie der Lufthansa
Die Lufthansa steht der geforderten Beschäftigungsgarantie skeptisch gegenüber und drängt vielmehr auf deutliche Einsparungen, auch bei den Piloten. Bis Ende 2011 sollen die Kosten im Passagiergeschäft im Rahmen des Sparprogramms Climb 2011 um eine Milliarde Euro gesenkt werden.

Die Fluggesellschaft kämpft derzeit mit massiven Geschäftseinbußen durch die Wirtschaftskrise und der Sanierung und Integration der jüngst übernommenen Töchter wie Austrian Airlines und British Midland. Außerdem setzen der größten europäischen Fluggesellschaft im Europaverkehr zunehmend Billigflieger wie Air Berlin oder Ryanair zu, an die Lufthansa sukzessive Marktanteile verliert.
Knackpunkt eins: Internationale Zukäufe
Zukäufe Bei den zuletzt übernommenen Töchtern wie Brussels Airlines oder Austrian Airlines arbeiten die Piloten teilweise für weniger Gehalt als bei Lufthansa. Die Gewerkschaft befürchtet, dass das Unternehmen Lufthansa-Strecken zunehmend auf die Töchter verlagern könnte, um so Kosten zu sparen. Dann würden die billigeren Piloten der Töchter die Strecken fliegen und nicht mehr die Lufthansa-Piloten, deren Arbeitsplätze die Gewerkschaft in Gefahr sieht. Nach Angaben von Lufthansa ist im Passagierverkehr jedoch weiteres Wachstum geplant. Die Zahl der Konzerntarifvertrag-Arbeitsplätze habe sich - ohne die frühere Tochter Condor - seit 2001 um acht Prozent erhöht, argumentiert das Unternehmen.
Knackpunkt zwei: Lufthansa Italia
Lufthansa hat 2009 eine eigene Tochter in Italien gegründet. Bislang konnten sich Gewerkschaft und Lufthansa aber nicht darüber einigen, wer die Maschinen fliegen soll. Nach dem Willen von Lufthansa sollen das langfristig Piloten außerhalb des Konzerntarifvertrags machen, die Gewerkschaft will das verhindern. Die deutschen Piloten fürchten, dass Lufthansa Italia künftig mehr Strecken übernehmen und Konzernpilotenstellen wegfallen könnten. Bislang fliegen noch Lufthansa-Piloten die Maschinen. Allerdings hat die Gewerkschaft diesen Verhandlungspunkt am Montag vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt am Main aufgegeben. Nun soll nur über Entgelte im deutschen Tarifgebiet verhandelt werden.
Knackpunkt drei: Logistiktochter Aerologic
Ähnlich ist die Situation bei der gemeinsam mit der Deutschen Post neugegründeten Frachttochter Aerologic. Deren Flugzeuge werden nicht wie bei der eigenen Frachttochter Cargo von Konzernpiloten geflogen, sondern von neu eingestelltem Personal. Auch will die VC Lufthansa-Konzernpiloten ins Cockpit holen. Wie es mit diesem Streitpunkt nun weitergeht, müssen die Verhandlungen in den kommenden Tagen zeigen.
Knackpunkt vier: Größere Regionalmaschinen
Lufthansa mustert im Regionalverkehr die kleinen Flugzeuge mit weniger als 70 Sitzen aus und ersetzt sie durch größere Maschinen. Das Unternehmen muss gemäß einer vor Jahren getroffenen Vereinbarung bei Flugzeugen über 70 Sitzen, die unter der Marke Lufthansa eingesetzt werden, mit der Gewerkschaft über die Arbeitsbedingungen der Piloten verhandeln. In dem seit Jahren schwelenden Konflikt gab es jedoch keine Einigung - auch weil sich die Gewerkschaft intern nicht einigen konnte. Ein Teil der neuen Maschinen kommt daher bei Partnern wie Air Dolomiti und Augsburg Airways zum Einsatz. Hier steht das Lufthansa-Logo nicht auf den Maschinen. Einen ähnlichen Weg hatte Lufthansa bei der Tochter Cityline gewählt - auch hier werden die Flugzeuge nicht mit dem Namen Lufthansa beschriftet. Bei dem Partner Eurowings werden durch den Sparkurs 19 Flugzeuge stillgelegt und Hunderte Arbeitsplätze abgebaut.

Die Lufthansa-Führung schlug nach Streikbeginn scharfe Töne an. Die derzeitige Lage sei "das dramatischste, was wir im Luftverkehr erlebt haben", sagte ein Konzernsprecher im Deutschlandfunk. "Die Verantwortung für sämtliche Auswirkungen - auf die Kunden, die Zukunft des Unternehmens und auf den Wirtschaftsstandort Deutschland - trägt einzig und allein die Gewerkschaft."

Seinen Worten zufolge lässt die Vereinigung Cockpit (VC) im entscheidenden Verhandlungspunkt keine Kompromissbereitschaft erkennen. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Gewerkschaft von ihrer Forderung abrücke, den Lufthansa-Tarifvertrag auch auf Piloten ausländischer Konzerntöchter auszuweiten. Das Management sieht darin einen juristisch unzulässigen Eingriff in seine Entscheidungsbefugnisse.

Ein VC-Sprecher sagte dagegen: "Das ist nicht verhandelbar." Die Gewerkschaft hatte am Sonntagabend in einer Presseerklärung einen anderen Kompromissvorschlag genannt. Man könne den Konflikt um die Ausweitung des Tarifvertrags ins Ausland so lange aussetzen, bis dieser höchstrichterlich geklärt ist; bis dahin solle die Lufthansa keine Arbeitsplätze ins Ausland verlagern.

Nach Angaben des Sprechers gibt es derzeit keinen Kontakt und keine Verhandlungen mit der Lufthansa. "Offenbar reicht der Druck von vier Tagen Streik nicht", sagte er. Dann drohte er: Cockpit sei zwar gesprächsbereit, sollte es bis Donnerstag aber weiter keine Gespräche geben, seien neue Streiks denkbar. "Wir können das im Wochenrhythmus wiederholen", sagte er. "Wir bluffen nicht."

Zehntausende Passagiere pro Tag betroffen

Leidtragende des Tarifkonflikts sind die Passagiere. Rund 150.000 werden an einem normalen Arbeitstag von der Lufthansa und ihren Töchtern befördert, Zehntausende davon dürften von den Ausständen betroffen sein - Tag für Tag.

  • Lufthansa und Germanwings bieten Passagieren kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen auf Flüge bis spätestens 31. Mai an.
  • Zudem wollen die Airlines für die Betreuung der Fluggäste sorgen, wenn diese am Flughafen festsitzen.
  • Die Lufthansa hat Notflugpläne für jeden der vier Streiktage auf ihrer Internetseite veröffentlicht.
  • Kunden können sich außerdem unter der kostenfreien Nummer 0800-8 50 60 70 informieren. Germanwings bietet die Informationen unter der Nummer 0800-66 44 935 sowie im Internet.

Auf den innerdeutschen Strecken können Fluggäste auf die Bahn ausweichen. Passagiere können sich entweder direkt eine Bahnfahrkarte kaufen oder sie holen sich an Lufthansa-Automaten Gutscheine, die in den Zügen als Fahrkarten gelten. Die Deutsche Bahn setzt bis Donnerstag zusätzliche Züge ein. Ein Zugpaar fährt zwischen Köln und Berlin, ein weiteres zwischen Hamburg und Berlin und zurück, teilte der Konzern mit. Zusätzliche Kapazitäten würden außerdem zwischen München-Hannover/Hamburg und Hamburg/Hannover-München angeboten.

Chronologie der Lufthansa-Verhandlungen
31. Dezember 2008
Die Friedenspflicht für die beiden von VC gekündigten Manteltarifverträge bei Lufthansa-Passage und LH Cargo AG läuft aus.
13. Februar 2009
VC kündigt die Vergütungstarifverträge bei beiden Gesellschaften.
13. Mai 2009
VC fordert unter anderem 6,4 Prozent mehr Gehalt. Mai bis November 2009 Intensive Verhandlungen zu Vergütung, den Arbeitsbedingungen und dem zwischenzeitlich aufgesetzten Sparprogramm "Climb 2011". Mit Hilfe des Programms sollen die jährlichen Kosten im Passagiergeschäft bis Ende 2011 um eine Milliarde Euro reduziert werden.
10. November 2009
VC beendet Verhandlungen zu "Climb 2011".
2. Dezember 2009
VC verlangt Angebot zu den offenen Tarifverträgen Mantel und Vergütung.
16. Dezember 2009
VC bricht Verhandlungen ab, nachdem die Lufthansa kein Angebot abgegeben hat. Vorher soll es laut Lufthansa konstruktive Ergebnisse auf Arbeitsebene gegeben haben.
15. Januar 2010
Beginn der Urabstimmung, dennoch laut LH vertrauliche Gespräche auf höchster Ebene.

17. Februar 2010
Ende der Urabstimmung, VC kündigt Streik an.
22. Februar 2010
Geplanter Beginn des Ausstands. ssu/dpa

ssu/alg/ase/sob/wom/som/AFP/apn/dpa/ddp/Reuters

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Seite 1
Funkadelic 22.02.2010
1.
So wie ich das mitgekriegt hab geht es den Piloten ja in erster Linie um Jobsicherheit und nicht um eine Lohnerhöhung, daher ist es nachzuvollziehen.
Rochus 22.02.2010
2. Früher konnte man nur für etwas streiken, das in einem
Tarifvertrag geregelt werden konnte. Jetzt lese ich, das fliegende Personal streikt dafür, daß die Lufthansa künftig keine Strecken mehr von billigeren Tochtergesellschaften bedienen lassen soll. Aha. wenn wir seinerzeit einen Streik vom Zaun gebrochen hätten mit dem Ziel unserem Arbeitgeber zu verbieten, (Teil-)Aufgaben in der Produktion an wessen Töchter zu vergeben, hätte uns das Arbeitsgericht schon bei der Vorbereitung einen Knüppel übergezogen. Schön, daß sich auch mal etwas zu besseren wendet.
deuterius 22.02.2010
3. Arbeitsplatzsicherheit? Das ist einfach nicht war:
Darum geht es gar nicht. Ich bin Flugkapitän bei Lufthansa CityLine. Ich verdiene als erfahrener Kapitän weniger als einer der Co-Piloten bei der LH-Mutter und muss gleichzeitig mehr dafür arbeiten. Das erwähne ich nicht aus Neid, sondern um den Staus Quo darzustellen. Es geht nicht um Arbeitsplatzsicherheit. Nie wurde ein Cockpit-Arbeitsplatz bei der LH-Mutter in Frage gestellt. Wenn die LH expandiert hat, dann auch immer im Cockpit der LH-Mutter. Es geht primär um Perspektiven für die in der Gewerkschaft sehr engagierten Co-Piloten der LH-Mutter. Die wollen Kapitänsstellen, egal wie und wo. Dazu geht man auch mal in sonst belächelten kleinen Flugzeuge der LH-Töchter. Die Kollegen der LH-Mutter haben schon vor vielen Jahren abgepresst, dass ein Teil der Kapitänsstellen bei Lufthansa Cityline von LH-Mutter Piloten besetzt werden müssen. Natürlich bleiben sie dabei echte Lufthanseaten und können nach ihrem Ausflug wieder zurück zur Mutter. Sie verdienen weiterhin das erheblich höhere Gehalt und alle Privilegien bleiben erhalten. Da kommt es dann zu solchen kuriosen Situationen, dass ein erfahrener CLH-Trainingskapitän einen Co-Piloten der LH-Mutter zum Kapitän ausbilden darf, der als Co-Pilot besser verdient als er selbst. Gleichzeitig sitzt ein CLH-Co-Pilot mit im Cockpit, der erfahrener ist als sein zukünftige LH-Kapitän ist und ihm auch noch jede Perspektive nimmt jemals selbst Kapitän zu werden. Die Lufthansa CityLine braucht dringend neue Flugzeuge um weiter den Feederverkehr (Gäste von kleineren Flugplätzen zu den großen zu bringen, wo sie dann in die großen Langstreckenflieger umsteigen) darstellen zu können. Viele unsere Flugzeuge sind deutlich älter als zehn Jahre und können einfach nicht mehr wirtschaftlich operiert werden. Seit Jahren wird versucht eine Einigung mit der LH-Piloten-Gewerkschaft VC zu finden, da diese Flugzeuge einfach zu klein sind, um sie mit teurem LH-Mutter-Personal zu operieren. Gelungen ist das nicht und so werden bei noch kleineren LH-Operatoren (Eurowings, Contact Air, Augsburg Air) demnächst hunderte Piloten entlassen. Das ist Fakt und davon hört man nichts von der VC, die eigentlich auch diese Kollegen vertreten müsste. In Wahrheit setzt sich die VC eben nur für die Belange der Majorität ein und das sind die LH-Mutter-Piloten. Um es nochmal zusammenzufassen: Es geht primär Perspektiven für die Co-Piloten der LH-Mutter. Die wollen Kapitänsstellen um jeden Preis. Gerne dürfen dafür auch Kollegen der Tochtergesellschaften ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn es nach deren Willen geht. Ein Lufthansa CityLine Flugkapitän
Maynemeinung 22.02.2010
4. Was denn nun: Leitende Angestellte oder fliegende Busfahrer?
Ganz klar: Die Lufthansa-Piloten schaffen sich durch diesen Streik ein massives Image-Problem. Mit elitärem Gehabe und Geschäftsführerbezügen kann man nicht darauf hoffen, dass die Öffentlichkeit ähnliches Verständnis aufbringt wie für Steiks von offensichtlich unterbezahlten Erzieherinnen oder dem Pflegepersonal in Krankenhäusern. Wer an anderer Stelle im Wirtschaftsleben 150.000 bis 220.000 Euro verdient (das scheint ja bei LH gezahlt zu werden), weiß, dass mit hohem Gehalt auch mehr Risiko einhergeht. Die Piloten sollten sich rasch überlegen, wie sie die sichere Landung in der Wirklichkeit angehen wollen. Sonst droht der Absturz.
Harald E, 22.02.2010
5.
Zitat von sysopDer bundesweiter Streik der Lufthansa-Piloten belastet die Reisenden. Hunderte Flüge fallen aus, sogar Notverbindungen werden gestrichen, manche Passagiere sind frustriert, denn die Flugkapitäne der Kranich-Airline gehören eher zu den Besserverdienern - sind die Ausstände gerechtfertigt?
Ja, irgendwie schon. Der deutsche Mainstream-Michel verkommt ja mehr und mehr zum Systemidioten, der alles mit sich machen läßt. Menschen die ihren Wert kennen und auch darum kämpfen, trifft man immer seltener.
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