Zoff mit Pimco Investmentguru Gross kündigte mit handgeschriebener Notiz

Seit Monaten zankt der weltgrößte Anleihefonds Pimco mit Ex-Boss Bill Gross. Nun veröffentlicht die Allianz-Tochter Details der Schlammschlacht.

Finanzexperte Gross
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"An: CEO, Pimco: Mit diesem Schreiben bestätige ich meinen Rücktritt zum 26. September, 6.29 Uhr. William H Gross."

Mit diesen Worten hat der ehemalige Fonds-Guru Bill Gross im Jahr 2014 offenbar bei der Allianz-Tochter Pimco gekündigt. Pimco präsentierte nun einen entsprechenden handgeschriebenen Zettel, den Gross auf seinem Schreibtisch hinterlassen haben soll, als er sein Büro mitten in der Nacht zum letzten Mal verließ.

Das Papier sei dort erst am Morgen gefunden worden, nachdem Gross' neuer Arbeitgeber Janus Capital Gross schon verkündet hätte, den Starinvestor als neuen Mitarbeiter gewonnen zu haben, gab Pimco bekannt.

Die handgeschriebene Kündigung ist Teil eines Schriftsatzes, den Pimco in der Nacht zum Dienstag beim California Superior Court in Santa Ana einreichte. Mit den Dokumenten will Pimco beweisen, dass man "gute Gründe" hatte, sich 2014 von Gross zu trennen. Der Firmenmitgründer habe Kollegen beleidigt und den damaligen Vorstandschef von Pimco sabotiert, heißt es in dem Schriftsatz.

Pimco wies damit die Schadenersatzforderung von Gross zurück, der von dem Vermögensverwalter mehr als 200 Millionen Dollar fordert. Das Geld würde der Milliardär nach eigenen Angaben für wohltätige Zwecke spenden.

Gross hatte Pimco im September 2014 von einem Tag auf den anderen verlassen. Er hatte jahrelang den einst größten Anleihefonds der Welt, Pimco Total Return, geführt. Investoren hatten dort aber massiv Geld abgezogen, nachdem er sich mehrfach mit US-Staatspapieren verspekuliert hatte.

Gross sieht sich als Opfer einer Intrige von Pimco-Managern, die ihm seinen Anteil an den Bonus-Zahlungen geneidet hätten. Seither arbeitet er als Fondsmanager für den kleinen Vermögensverwalter Janus Capital.

Pimco erklärte in dem Schriftsatz, allein Gross' "selbstzerstörerisches Verhalten" hätte schon eine Kündigung gerechtfertigt. Zudem habe er sein Versprechen gebrochen, sich an die Entscheidungen des Managements zu halten, und versucht, Kollegen zu sabotieren, die er für illoyal gehalten habe. Schon einen Tag vor seinem Abschied habe er zudem in einer Sitzung eingeräumt, dass er seinen Bonus verwirken würde, wenn er noch im September gehen würde.

ssu/Reuters



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