Hohe Beiträge Privater Krankenversicherer behindert systematisch Tarifwechsel

Ärzte bei einer Operation: Warnung vor angeblichen Gefahren nach Tarifwechsel
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Ärzte bei einer Operation: Warnung vor angeblichen Gefahren nach Tarifwechsel

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3. Teil: Der Brillentrick - zehn Euro für nichts


SPIEGEL ONLINE liegen mehrere Fälle der Signal Iduna vor, in denen Versicherten ein Risikozuschlag für Sehhilfen von fünf bis zehn Euro berechnet wurde, der nicht zulässig war. Unter anderem war dies auch beim Rentner Sigmund Müller* der Fall.

Hinter dem unerlaubten Zuschlag verbirgt sich die sogenannte Erstantragsauswertung. Immer mehr Krankenversicherer nutzen diese, um Tarifwechsel zu erschweren, und berufen sich dabei auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 1999. Darunter versteht man, dass die Gesellschaften den Erstantrag des Versicherten überprüfen - auf bereits damals bestehende Krankheiten. Wenn es Vorerkrankungen gibt, können die Versicherer im neuen Tarif einen Risikozuschlag erheben oder den bestehenden Zuschlag anheben.

Im Fall der Sehhilfen ist es nun aber wiederholt so, dass die Signal dem Kunden einen Risikozuschlag berechnet, obwohl dieser beim Abschluss seines ersten Vertrags noch gar keine Brille benötigte. Das ist nicht erlaubt, bei einem Widerspruch müssen die Versicherer den Risikozuschlag wieder streichen. Dem Großteil der Versicherten dürfte die Rechtslage aber kaum vertraut sein - mit der Folge, dass sie brav bis zu 120 Euro im Jahr zahlen, die sie nicht zahlen müssten.

Die Signal Iduna bestätigt, dass "hier im Fall von Herrn Müller ein Fehler unterlaufen ist". Es sei auch "nicht auszuschließen, dass solche Fehler in anderen Einzelfällen passiert sind". Der Versicherer verspricht, seine Mitarbeiter "noch einmal zu sensibilisieren". Die unberechtigten Risikozuschläge würden erstattet.

* Name von der Redaktion geändert



insgesamt 110 Beiträge
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Seite 1
jujo 18.06.2013
1. ...
Zitat von sysopDPATricksen, täuschen, verunsichern: Wer bei seiner privaten Krankenversicherung in einen günstigeren Tarif wechseln will, hat es oft schwer. Die Unternehmen sprechen von Einzelfällen. Doch ein internes Papier der Gothaer zeigt: Kunden abzuwimmeln hat offenbar System. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/pkv-gothaer-signal-allianz-behindern-tarifwechsel-a-905797.html
Nicht bei KrK hat das Handeln Sytem!
hotrenortaak 18.06.2013
2. Ausnahmen bestätigen die Regel
Zitat von sysopDPATricksen, täuschen, verunsichern: Wer bei seiner privaten Krankenversicherung in einen günstigeren Tarif wechseln will, hat es oft schwer. Die Unternehmen sprechen von Einzelfällen. Doch ein internes Papier der Gothaer zeigt: Kunden abzuwimmeln hat offenbar System. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/pkv-gothaer-signal-allianz-behindern-tarifwechsel-a-905797.html
Ich bin selbst privat krankenversichert und die Universa machte dort nie Probleme. Für andere Leute empfehle ich den Gang zu einem vertrauenswürdigen freien Makler.
zdza 18.06.2013
3. huch!?
das wundert mich jetzt aber!
janne2109 18.06.2013
4. .........
ich halte doch die privat Versicherten für so schlau, dass sie sich erst ( wenn nicht vorher bereits geschehen und schriftlich vermerkt) informieren was in ihrem Beitrag enthalten ist und dann nach einem anderen Tarif fragen. wer das nicht tut ist selbst schuld an solchen unwürdigen Gesprächen.
xees-s 18.06.2013
5. optional
Schön brav FDP wählen, damit die PKV auch in Zukunft nicht darben muss!
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