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Schmähpreis Plagiarius: Das sind die frechsten Produktfälschungen 2016

Foto: Aktion Plagiarius

Schmähpreis Plagiarius Dreiste Kopien - und oft purer Schrott

Gemüseschneider, Bürostühle, Teekannen: Das Geschäft mit dreisten Plagiaten und Fälschungen boomt. Sie sind vom Original oft kaum zu unterscheiden. Die frechsten Klone erhielten nun den Schmähpreis Plagiarius.

Die beiden schwarzen Hundeleinen sehen völlig identisch aus. Mit dem bloßen Auge lässt sich kein Unterschied feststellen. Form und Farbe sind gleich, auch die Verpackung wurde eins zu eins gefälscht. Sogar die Originaladresse des Herstellers und das Markenemblem wurden auf die Verpackung gedruckt, um die Käufer zu täuschen.

Der Hersteller dieser besonders dreisten Fälschung erhält dafür in diesem Jahr den Plagiarius - und zwar den ersten Hauptpreis. Der Verein Aktion Plagiarius vergibt seit 41 Jahren ihren Schmähpreis für Fälschungen und Kopien, um auf die unfairen und teils kriminellen Geschäftspraktiken der Produktpiraten aufmerksam zu machen.

Diverse anonyme Online-Anbieter hatten die gefälschten Hundeleinen bei Amazon in den USA verkauft. Um nicht entdeckt zu werden, richteten sie sich Scheinidentitäten ein und wechselten täglich ihre Accounts. Die Firma Flexi-Bogdahn aus Bargteheide, Weltmarktführer für Roll-Hundeleinen, litt massiv unter der Fälschung. Die Anzahl negativer Kundenbewertungen stieg rasant an, und viele Kunden schickten ihre gefälschten Hundeleinen zurück, weil die sich nach ein paar Mal Benutzen nicht mehr einziehen ließen.

"Die Fälschung ist purer Schrott, und viele Verbraucher sind leider darauf hereingefallen", sagt Sven Kruse, Anwalt von Flexi-Bogdahn. Dem Unternehmen seien Umsätze in Höhe von mehreren Hunderttausend Dollar entgangen, weil viele Kunden die günstigere Fälschung bestellten, statt das Original zu kaufen.

"Die Nachahmer handeln vorsätzlich, skrupellos und rein aus Profitgier. Die Imageschäden für die Originalhersteller und die Sicherheitsrisiken für Verbraucher sind enorm", sagt Christine Lacroix von der Aktion Plagiarius.

Kopierte Stühle, Taschen und Pilotjacken - hier sehen Sie die diesjährigen Preisträger des Plagiarius:

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Schmähpreis Plagiarius: Das sind die frechsten Produktfälschungen 2016

Foto: Aktion Plagiarius

Weltweit boomt das Geschäft mit dreisten Plagiaten und Fälschungen. Laut EU-Kommission haben die EU-Zollbehörden allein 2015 mehr als 40 Millionen rechtsverletzende Produkte im Wert von mehr als 650 Millionen Euro an den EU-Außengrenzen beschlagnahmt - ein Anstieg von 15 Prozent seit 2014.

Produktpiraten profitieren vom wachsenden Onlinehandel

Laut Lacroix sei der stark wachsende Onlinehandel verantwortlich für die rasante Zunahme von Produkt- und Markenpiraterie. Denn oftmals blieben die Täter unentdeckt und benutzten gefälschte Identitäten. Zwar schließen internationale Polizeibehörden jährlich Zehntausende Websites, doch meist setzten die Betrüger ihr Geschäft unter neuem Firmennamen fort.

"Das macht es für die geschädigten Unternehmen so schwer, die Produktpiraten ausfindig zu machen", sagt Lacroix. Auch im Fall der gefälschten Hundeleinen blieben die Ermittlungen der US-Behörden bislang erfolglos, noch immer kann man die Fälschungen bei Amazon kaufen.

Doch nicht immer sind nachgemachte Produkte auch illegal. Grundsätzlich gilt in Deutschland und vielen anderen Ländern Nachahmungsfreiheit. "Doch plumpe Plagiate sind einfallslos und moralisch verwerflich und führen zu ökonomischen Stillstand", warnt Lacroix.

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