Weggeworfene Flaschen Coca-Cola erneut zum weltweit größten Plastikverschmutzer ernannt

Coca-Cola, PepsiCo und Nestlé sind von einem Bündnis zum dritten Mal in Folge als weltweit größte Plastikverschmutzer gekürt worden. »Break Free From Plastic« bescheinigt ihnen »null Fortschritt«.
Affe mit Cola-Flasche: 13.834-mal Plastikmüll mit Coca-Cola-Logo

Affe mit Cola-Flasche: 13.834-mal Plastikmüll mit Coca-Cola-Logo

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RUNGROJ YONGRIT/EPA-EFE/Shutterstock

Am Straßenrand, am Strand oder in Parks: Plastikverpackungen von Chips, Getränken oder Kosmetika belasten die Umwelt weltweit. Die Verpackungen einiger Konzerne tauchen dabei besonders häufig auf, wie das Bündnis »Break Free From Plastic« feststellt, das die Unternehmen zum Handeln und zur Vermeidung der Verschmutzung aufruft. In seinem jährlichen Bericht  kommt eine Firma besonders schlecht weg.

Coca-Cola ist laut »Break Free From Plastic« der weltweit größte Kunststoffverschmutzer. In 51 von 55 untersuchten Länder seien die Flaschen des Weltkonzerns am häufigsten an Stränden, Flüssen oder in Parks einfach weggeworfen worden. Auf 13.834 gefundenen Plastikflaschen konnte demnach das Coca-Cola-Logo ausgemacht werden. Damit erzielt Coca-Cola ein schlechteres Ergebnis als der Getränkekonkurrent PepsiCo (5155 Funde) und Nestlé (8633 Funde) zusammen, die auf den Plätzen zwei und drei landen. Die Unternehmen machten dem Bündnis zufolge bei der Vermeidung von Plastikmüll »null Fortschritt«.

Zur Ermittlung des Rankings sammelten dieses Jahr weltweit fast 15.000 Freiwillige insgesamt knapp 350.000 Teile von Kunststoffverpackungen ein. 63 Prozent von ihnen waren mit einem Markenlogo gekennzeichnet. Eine Abkehr von diesem Trend scheint zumindest bei Coca-Cola nicht ersichtlich. Die Nachhaltigkeitschefin des Konzerns, Bea Perez, hatte zu Jahresbeginn dem Sender BBC zufolge  gesagt, die Kunden verlangten weiterhin nach Plastikflaschen, da sie leicht und wiederverschließbar seien.

Konzerne versprechen, grüner zu werden

»Die umweltverschmutzenden Spitzenkonzerne der Welt behaupten, hart an der Lösung der Kunststoffverschmutzung zu arbeiten, aber stattdessen stoßen sie weiterhin schädliche Einweg-Plastikverpackungen aus«, sagte Emma Priestland von »Break Free From Plastic« zu den aktuellen Ergebnissen laut britischem »Guardian «. Der einzige Weg, die Flut von Plastikabfällen zu stoppen, sei, die Produktion zu stoppen, statt auf Einwegverpackungen müssten die Unternehmen auf Mehrwegsysteme setzen.

Hinzu kommen die Probleme beim Recycling. In Deutschland werden trotz offiziell hoher Recyclingquoten von mehr als 40 Prozent nach dem von der Umweltorganisation BUND und der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegebenen »Plastikatlas«  nur etwa 16 Prozent des Plastikmülls wiederverwendet.

Die betroffenen Konzerne verwiesen dem »Guardian« zufolge auf eigene Anstrengungen, Plastikmüll zu vermeiden. »Weltweit haben wir uns verpflichtet, jede Flasche bis 2030 zurückzubekommen, sodass nichts davon als Abfall oder in den Ozeanen landet und der Kunststoff zu neuen Flaschen recycelt werden kann«, sagte ein Sprecher dem Medium zufolge. Flaschen aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff seien heute in 18 Märkten weltweit erhältlich.

Ein PepsiCo-Sprecher wird mit den Worten zitiert, das Unternehmen habe sich Ziele zur Reduzierung des Verbrauchs von Kunststoffen gesetzt und arbeite daran, diese umzusetzen. In einer Nestlé-Erklärung wiederum heißt es laut »Guardian«, das Unternehmen wolle bis 2025 sämtliche Verpackungen wiederverwertbar oder wiederverwendbar gestalten und ebenfalls verstärkt auf Recycling-Kunststoffe setzen.

apr
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