Bericht von Umweltschützern Wenige Konzerne für großen Teil des Plastikmülls verantwortlich

Einen Tag lang haben Aktivisten weltweit Plastikmüll gesammelt. Dabei lasen sie fast eine halbe Millionen Einzelteile auf. Den Großteil des gefundenen Abfalls führen sie auf wenige Konzerne zurück.
Aktivisten des Bündnisses "Break Free from Plastics" präsentieren das Ergebnis ihrer Untersuchung

Aktivisten des Bündnisses "Break Free from Plastics" präsentieren das Ergebnis ihrer Untersuchung

Foto: TED ALJIBE / AFP

Wenige große Handelskonzerne sind Umweltschützern zufolge für einen großen Teil des weltweiten Plastikmülls verantwortlich. Die größten Plastikverschmutzer sind demnach Coca-Cola, Nestlé und Pepsi.

Freiwillige des globalen Bündnisses "Break Free from Plastics" hätten in mehr als 50 Ländern einen Tag lang Plastikmüll gesammelt und wo möglich den Herstellerfirmen zugeordnet, heißt es in einer Mitteilung der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Dabei wurde dem Bündnis zufolge fast eine halbe Million Einzelteile erfasst. 43 Prozent davon hätten einer Marke zugeordnet werden können.

Den ersten Platz habe dabei wie schon im Jahr zuvor Coca-Cola belegt. Auf den US-Konzern entfiel mehr Müll als auf die drei darauffolgenden Firmen zusammengenommen. Das sind Nestlé, Pepsi und Mondelez.

Bündnis sieht Hauptproblem bei multinationalen Konzernen

Viele dieser Firmen hätten zwar Zusagen gemacht, "ihre Produkte nachhaltiger zu gestalten", teilte das Bündnis mit. Sie unterstützten aber weiterhin das "Wegwerf-Geschäftsmodell", indem sie für Recycling werben und gleichzeitig weiterhin Einwegverpackungen produzierten. Tatsächlich seien erst neun Prozent des seit den Fünfzigerjahren produzierten Plastiks recycelt worden, hieß es weiter.

Zwar seien es die Länder China, Indonesien, Philippinen, Vietnam und Sri Lanka, die den meisten Plastikmüll in die Meere werfen, teilte "Break Free from Plastics" weiter mit. Das Hauptproblem der Verschmutzung in Asien liege aber bei "multinationalen Konzernen in Europa und den USA".

Greenpeace: Konzerne sollen Einwegplastik reduzieren

Die Studie stützt sich auf Daten, die die Freiwilligen selbst erhoben haben, und sei daher nicht repräsentativ, teilte Greenpeace mit. Allerdings sollte sie "eine gute Indikation" über die häufigsten Marken in weggeworfenem Plastikmüll geben. Die Organisation forderte die Konzerne auf, den Einsatz von Einwegplastik zu reduzieren.

Zu dem Bündnis gehören Tausende Aktivisten, Freiwillige und Organisationen, darunter auch Greenpeace.

Eine Nestlé-Sprecherin teilte mit, der Konzern sei sich seiner Verantwortung als weltgrößter Nahrungsmittelkonzern bei der Lösung des Problems bewusst. Es sei nicht akzeptabel, dass Verpackungen als Abfall die Umwelt verschmutzten. Daher arbeite Nestlé daran, bis 2025 alle Verpackungen wiederverwendbar oder wiederverwertbar zu machen.

brt/Reuters/AFP
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