Pleitekonzern Bis zu 75.000 Gläubiger fordern Geld von Arcandor

Der Insolvenzverwalter des Pleitekonzerns Arcandor muss sich auf ein riesiges Verfahren gefasst machen: Bis zu 75.000 Gläubiger haben laut "Welt" noch Forderungen an das Unternehmen - darunter viele Mitarbeiter.
Karstadt-Filiale in Düsseldorf: Konflikt zwischen Gewerkschaft und Insolvenzverwalter

Karstadt-Filiale in Düsseldorf: Konflikt zwischen Gewerkschaft und Insolvenzverwalter

Foto: A3276 Martin Gerten/ dpa

Berlin - Wenige Tage nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gegen Arcandor werden die Ausmaße der Pleite immer deutlicher. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg rechnet in der anstehenden Abwicklung mit bis zu 75.000 Gläubigern, schreibt die "Welt" unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher. Allein für die Warenhauskette Karstadt könnten es 50.000 Gläubiger werden. 28.000 von ihnen seien Mitarbeiter, die aus der Zeit vor der Insolvenz noch Forderungen gegen ihren Arbeitgeber haben. Die Gläubigerversammlungen sind für den November vorgesehen.

Um die Mitarbeiter bei Karstadt ist laut Bericht zudem ein heftiger Konflikt zwischen dem Insolvenzverwalter und Ver.di ausgebrochen. Ver.di lehnt die von Görg geforderten finanziellen Zugeständnisse der Belegschaft demnach ab. Dem Bericht zufolge sprachen Gewerkschaftsvertreter auf Betriebsversammlungen von einem Gehaltsabschlag von 20 Prozent, den Görg für die Karstadt-Beschäftigten fordere.

Ein Sprecher des Verwalters wollte diese Zahl nicht bestätigen. "Wir sprechen über diese Dinge mit den gewählten Arbeitnehmervertretern und tragen die Sache nicht auf dem Marktplatz aus", sagte er. Das Ausmaß der Einschnitte und auch die Frage, wie viele der 19 gefährdeten Warenhäuser geschlossen werden müssten, hingen auch von den Sanierungsbeiträgen etwa der Vermieter oder Lieferanten ab.

Am Dienstag war für 37 Unternehmen des Arcandor-Konzerns das Insolvenzverfahren eröffnet worden, darunter für Karstadt und den Versandhändler Quelle.

yes/dpa-AFX
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