Pleitekonzern Was von Quelle übrig bleibt

Der Versandhändler Quelle ist am Ende. Aber verschwindet damit auch eine der einst wertvollsten Marken der Republik? Was wird aus den Mitarbeitern? Und ist das Geld aus dem Staatskredit futsch? SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen zur Pleite des Traditionskonzerns.

REUTERS

Hamburg - Im Trubel der vergangenen Wochen hatten die Verantwortlichen bei Arcandor wohl keine Zeit, sich im realen Überlebenskampf auch noch um die virtuelle Konzernwelt zu kümmern: Auf der Karriere-Seite des Internetauftritts der Versandhandelssparte Primondo, zu der auch Quelle gehört, ist am Dienstag noch immer zu lesen: "Wir haben viel vor - auch mit Ihnen." Und weiter: "Wir bieten Ihnen eine Arbeitswelt, die vielfältiger kaum sein könnte."

Für die mehreren tausend Quelle-Mitarbeiter, die am Dienstag erfuhren, dass ihr 1927 gegründetes Unternehmen nach mehr als 80 Jahren vor dem Aus steht, müssen solche PR-Sätze wie blanker Zynismus klingen. Denn, wohl wahr, sie haben in den vergangenen Monaten eine durchaus vielfältige Arbeitswelt erlebt - allerdings ganz anders, als sie sich das jemals vorgestellt haben: Fielen die meisten von ihnen nach der Arcandor-Insolvenz im vergangenen Juni zunächst in eine Depression, machten Manager, Politiker und nicht zuletzt der Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg rasch Hoffnung auf einen Fortbestand des Traditionsunternehmens. Dass plötzlich doch alles vorbei sein soll - und von den angeblich mehreren ernsthaften Interessenten binnen weniger Tage alle abgesprungen sein sollen, ist für die Mitarbeiter eine wohl letzte bittere Wendung.

Wie aber geht es mit den Quelle-Mitarbeitern und ihrem Unternehmen weiter? Welche Bereiche der Versandhandelssparte Primondo lassen sich überhaupt noch zu Geld machen? Und was passiert mit den Staatsgeldern, die eigentlich zur Rettung gedacht waren?

SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen zur Quelle-Zukunft.

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Seite 1
japan10 03.07.2009
1.
Zitat von sysopDie Quelle-Beschäftigten sind verzweifelt: Der Versandhändler wird liquidiert, die Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft. Die Gewerkschaft Ver.di fordert jetzt vom Bund und vom Freistaat Bayern Finanzhilfe für den Pleitekonzern. Wie geht es weiter mit Quelle?
Da hat sich wohl Herr Seehofer weit aus dem Fenster gelehnt. Quelle, wieder ein Beispiel für Größenwahn (Arcandor).
Harald E, 03.07.2009
2.
Zitat von sysopDie Quelle-Beschäftigten sind verzweifelt: Der Versandhändler wird liquidiert, die Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft. Die Gewerkschaft Ver.di fordert jetzt vom Bund und vom Freistaat Bayern Finanzhilfe für den Pleitekonzern. Wie geht es weiter mit Quelle?
Schon blöd, wenn man nicht systemrelevant ist. (Danke Fr. Merkel....hassu gut gesagt....aber die Einschläge kommen näher) Oh.....und es ist noch lang...sooo lang bis zur Wahl.
bedenkenträger2 03.07.2009
3. ...
Wie gehts weiter bei Quelle? Hoffentlich ohne Staatsknete. Staatshilfe für den Handel - was für ein Unsinn! Der Handel hat doch den leichtesten Part im Kapitalismus, er muss keine Dinge herstellen, schafft keine Werte, sondern er selektiert und verhökert. Der Handel ist doch quasi der Zuhälter der Industrie. Systemirrelevanter geht doch gar nicht. Wenn es eine Branche gibt, wo man (zurecht) sagt: "Ihr müsst alleine klarkommen!" dann ist das doch der Handel! Wer im Handel nicht klarkommt, hat versagt, hat nicht flexibel auf neue Konsumgewohnheiten reagiert. Das Arbeitsplätze-Argument darf nicht überall gezogen werden, der Staat ist bereits der größte Arbeitgeber im Land. Außerdem: Der Großteil der bei Quelle erhältichen Produkte ist doch (ich übertreibe mal rethorisch) zu 90 % "Made in China"; also, erst kaufen wir dort die chinesischen Produkte, und dann subventionieren wir auch noch deren Vertriebswege?!
Querspass 03.07.2009
4. Druckerei stoppt Quelle-Katalog
Obwohl ich der Bezirksleiterin der Sammelbesteller vor 9 Jahren und wiederholt mitgeteilt habe, daß 1 Hauptkatalog reicht, kommen halbjährlich SIEBEN FÜR DIE TONNE. Allein mit der Katalogdruckerei ist kein Umsatz zu machen. Und die Onlinepräsenz klemmt dauernd, es macht manchmal keinen Spaß! Außerdem, wer garantiert, daß die Briten (Mutterkonzern) die Staatsknete nicht abziehen? Soviel mir bekannt ist, hat die Plünderung der Konten zur Insolvenz geführt.
Caiman, 03.07.2009
5. Wahrscheinlich gar nicht...
Zitat von sysopDie Quelle-Beschäftigten sind verzweifelt: Der Versandhändler wird liquidiert, die Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft. Die Gewerkschaft Ver.di fordert jetzt vom Bund und vom Freistaat Bayern Finanzhilfe für den Pleitekonzern. Wie geht es weiter mit Quelle?
Wer ist eigentlich auf die grandiose Idee gekommen, mit 50 Mios einen Katalog auf Pump zu finanzieren, aus dem niemand mehr was bestellt, weil er nicht weiss, ob er überhaupt Ware erhält? Ach ja, das war der andere Horst "WER?"...
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