Plus 0,4 Prozent Löhne in Deutschland steigen minimal

Es ist nicht viel, aber immerhin der erste Zuwachs in diesem Jahr: Im dritten Quartal sind die Löhne in Deutschland um 0,4 Prozent gestiegen. Real fiel das Plus etwas größer aus - dank der negativen Inflation.

Stahlarbeiter: In der Industrie sanken die Reallöhne auch im dritten Quartal
DPA

Stahlarbeiter: In der Industrie sanken die Reallöhne auch im dritten Quartal


Wiesbaden - Die Beschäftigten in Deutschland haben wieder etwas mehr Geld in der Tasche. Die Reallöhne stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,6 Prozent, berichtet das Statistische Bundesamt. Dazu trugen die gestiegenen Bruttomonatsverdienste mit 0,4 Prozent bei und die gesunkenen Verbraucherpreise mit 0,2 Prozent.

Es ist das erste Plus bei den Reallöhnen in diesem Jahr. In den Vorquartalen hatte es jeweils ein Minus im Vergleich zum Vorjahr gegeben.

Allerdings verläuft die Entwicklung nicht gleichmäßig, je nach Branche gibt es erhebliche Unterschiede. Grund ist die Kurzarbeit, die vor allem in Deutschlands Industriebetrieben auf Löhne und Gehälter durchgeschlagen hat. So sanken die Reallöhne im verarbeitenden Gewerbe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent. Allerdings wird das zum Ausgleich gezahlte staatliche Kurzarbeitergeld nicht in der Einkommensstatistik berücksichtigt.

Besser ging es den Beschäftigten in nahezu allen anderen Branchen. Lehrer und Erzieher konnten sich im Schnitt über vier Prozent höhere Reallöhne freuen, in anderen Teilen des öffentlichen Dienstes gab es 3,8 Prozent mehr.

In absoluten Zahlen gab es die höchsten Verdienste im Wirtschaftszweig Information und Kommunikation. Hier betrug das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt 4177 Euro. Im Gastgewerbe waren es dagegen nur 1880 Euro. Der bundesweite Durchschnittsverdienst lag bei 3151 Euro.

Für Hunderttausende fällt das Weihnachtsgeld weg

Gegen Ende des Jahres dürfte es für viele Arbeitnehmer allerdings noch einmal hart werden. Wegen der immer noch schwachen Wirtschaftslage verzichten zahlreiche Unternehmen auf die Auszahlung von Weihnachtsgeld. In diesem Jahr dürften rund 1,8 Millionen Arbeitnehmer leer ausgehen, die 2008 noch Weihnachtsgeld erhalten hatten. Dies ergab eine aktuelle Umfrage der s+p Software und Consulting AG unter 354 Personalentscheidern in deutschen Firmen und Institutionen.

Nur noch 70 Prozent der Befragten gaben in diesem Jahr an, ihren Mitarbeitern überhaupt einen Weihnachtsbonus überweisen zu wollen. Im Vergleich zu 2008 sind dies fünf Prozent weniger, was hochgerechnet auf die Summe aller deutschen Betriebe rund 181.000 Unternehmen entspricht.

Am sichersten ist das Weihnachtsgeld noch im öffentlichen Dienst. 86 Prozent der Personalentscheider aus diesem Bereich erklärten, auch 2009 Weihnachtsgeld zu zahlen. In der Industrie sind es 69 Prozent, im Handel 61 Prozent und im Dienstleistungssektor 57 Prozent.

wal/dpa-AFX



insgesamt 1577 Beiträge
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lalito 13.08.2009
1. tja
Zitat von sysopDie deutsche Wirtschaft wächst wieder, wenn auch nur leicht. Ist die Rezession jetzt vorbei? Oder muss man mit weiteren Rückschlägen rechnen - zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt?
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wär schön, käme es nicht so schlimm wie befürchtet! Mal sehen wie es nach der Wahl wird, wenn die Zeche für die "systemrelevante" Rettung bei jedem einzelnen Individuum des Systems eingefordert wird.
Crom 13.08.2009
2.
Der Arbeitsmarkt wird nicht so schnell nachziehen, aber eine Rezession ist auch eine Chance. Die Unternehmen rationalisieren und werden dadurch wieder profitabel, was Ausgangspunkt für neues Wachstum darstellt.
sinnsucher, 13.08.2009
3. Huch! Kurz vor den Wahlen häufen sich die guten Nachrichten...
...ein Schelm, wer böses dabei denkt... wenn ich mir auch bei sonst nicht vielem mehr sicher bin, eins weiß ich genau: ich möchte nicht, dass alles einfach weiter geht wie VOR der Krise.
tmayer, 13.08.2009
4. Der Spiegel
hat sich hier wohl ein gewaltiges Eigentor geschossen mit seiner ständigen Schwarzmalerei. Düstere Aussichten und ewige Vergleiche mit der Weltwirtschaftskrise von vor 80 Jahren. Jetzt muss man sich die Frage gefallen lassen, ob man mit dieser Negativpolemik nicht gewaltig übertrieben hat und ob der Spiegel nicht an Glaubwürdigkeit verloren hat.
I'm a Substitute 13.08.2009
5.
Zitat von sysopDie deutsche Wirtschaft wächst wieder, wenn auch nur leicht. Ist die Rezession jetzt vorbei? Oder muss man mit weiteren Rückschlägen rechnen - zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt?
Meinen Sie diese Frage wirklich ernst? Als Mitarbeiter des Online-Portals eines großen Nachrichtenmagazins, das doch nun wirklich jahrzehntelang deutsche Politik und Wirtschaftsgeschichte begleitet und (zeitweilig sogar kritisch!) unter die Lupe genommen hat, ist Ihnen doch klar, daß ein "numerisches Wachstum" von vielleicht 2% (Containerumschlag im Hamburger Hafen) KEINEN Effekt auf den Arbeitsmarkt besitzt.
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