Tarifrunde Porsche-Betriebsratschef droht mit Streiks

Die Friedenspflicht in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie ist noch nicht abgelaufen, da spricht Porsche-Gesamtbetriebsratschef Uwe Hück schon von Streik.
Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück

Foto: A3386 Uli Deck/ dpa

"0,9 Prozent ist ein Angebot zum Streiken", sagte Hück am Dienstag bei einer Informationsveranstaltung vor den Porsche-Werkstoren in Stuttgart-Zuffenhausen vor fast 3000 Teilnehmern. Die Gewerkschaft fordert in der aktuellen Tarifrunde für die gut 800.000 Metallbeschäftigten im Südwesten fünf Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber hatten zuletzt 0,9 Prozent mehr Gehalt geboten plus einer Einmalzahlung von 0,3 Prozent für zwölf Monate.

Das Angebot der Arbeitgeber sorgt offenbar auch für Unruhe bei den gut verdienenden Porsche-Mitarbeitern. "Ich kann nicht verstehen, wie der Arbeitgeberverband so unsensibel eine Tarifverhandlung beginnen kann", sagte Hück.

Am Donnerstag findet die dritte Verhandlungsrunde im Südwesten in Pforzheim statt, in der Nacht zum Freitag endet die Friedenspflicht. Sollte es am Donnerstag kein neues Arbeitgeberangebot geben, dürfte es zunächst zu Warnstreiks kommen. Für einen unbefristeten Streik braucht es allerdings noch eine Urabstimmung.

Die Arbeitgeber im Südwesten hatten am vergangenen Freitag erneut vor einem hohen Lohnabschluss gewarnt. Südwestmetall zufolge stehen aktuell in Baden-Württemberg zwischen 4000 und 5000 Arbeitsplätze auf der Kippe. "Es kann doch nicht sein, dass Arbeitgeber überall und immer nur noch sparen wollen - bei Investitionen und bei Tariferhöhungen", wetterte Hück.

ssu/dpa-AFX
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