Untreueverdacht Großrazzia bei Porsche - Ermittler durchsuchen Büros

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart geht gegen hochrangige Porsche-Mitarbeiter vor. Nach SPIEGEL-Informationen geht es darum, ob dem früheren Betriebsratschef Uwe Hück unverhältnismäßig hohe Vergütungen gezahlt wurden. Als Beschuldigter wird er nicht geführt.
Porsche-Zentrale in Stuttgart-Zuffenhausen

Porsche-Zentrale in Stuttgart-Zuffenhausen

Foto: Sven Simon/ imago images

Ermittler der Stuttgarter Staatsanwaltschaft und des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg haben Büroräume des Autokonzerns Porsche in Stuttgart und Weissach durchsucht. Die Behörden verdächtigen nach SPIEGEL-Informationen sechs Mitarbeiter, darunter mehrere hochrangige Führungskräfte, der Untreue. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Razzia.

Die Anklagebehörde hat den Verdacht, dass einem ehemaligen Betriebsratsmitglied von Porsche unverhältnismäßig hohe und damit nicht gerechtfertigte Vergütungen gezahlt worden sind. Die sechs Beschuldigten könnten sich dadurch unter anderem der Untreue zu Lasten des Unternehmens strafbar gemacht haben.

Bei dem Ex-Betriebsrat handelt es sich nach Informationen des SPIEGEL um den früheren Betriebsratschef Uwe Hück. Er selbst wird nicht beschuldigt. Für eine Stellungnahme war Hück zunächst nicht zu erreichen. Hück hatte Porsche Anfang Februar nach mehr als drei Jahrzehnten verlassen. Er hatte angekündigt, sich künftig politisch engagieren zu wollen und für die SPD für den Stadtrat in Pforzheim zu kandidieren.

Geheime Infos verraten?

Nach den bisherigen Ermittlungen soll zudem ein Beamter des Konzernprüfungsamtes Stuttgart während einer laufenden Betriebsprüfung der Porsche AG   geheimhaltungsbedürftige Informationen an einen Berater der Porsche AG verraten und im Gegenzug Vorteile angenommen haben. Auch der Beamte wird als Beschuldigter geführt.

Die Porsche AG hat die Durchsuchung inzwischen bestätigt. Unterlagen seien "gesichtet und gesichert" worden, teilte ein Sprecher mit. Zu weiteren Details wollte sich das Unternehmen mit Verweis auf laufende Ermittlungen nicht äußern.

Bei den Durchsuchungen waren nach SPIEGEL-Informationen zehn Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft Stuttgart sowie insgesamt 176 Kräfte des Landeskriminalamts Baden-Württemberg, der Polizeipräsidien Stuttgart, Aalen, Karlsruhe und Ludwigsburg sowie der Steuerfahndung im Einsatz.

Im Video: Politik statt Porsche - Wie Uwe Hück die SPD retten will

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