Positive Konjunktur IWF-Chef zweifelt an deutschem Wirtschaftswunder

Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen? Dominique Strauss-Kahn glaubt trotz des raschen Aufschwungs nicht daran. Der IWF-Chef argumentiert: Weil der Großteil der Exporte in die darbende Euro-Zone geht, sind die Perspektiven übersichtlich. 

Dominique Strauss-Kahn: Der IWF-Chef glaubt nicht an Aktivierung des Rettungsschirms
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Dominique Strauss-Kahn: Der IWF-Chef glaubt nicht an Aktivierung des Rettungsschirms


Berlin - Dämpfer für die deutsche Konjunktureuphorie: IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn bezweifelt, dass die Bundesrepublik ihr zuletzt starkes Wachstumstempo wird halten können. Mit Blick auf den starken Zuwachs der deutschen Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal sagte Strauss-Kahn dem "Handelsblatt": "Wir wissen noch nicht, ob das der Beginn eines neuen Wachstumsmodells für Deutschland ist - was ich bezweifle - oder nur eine Art 'Kalendereffekt'".

Deutschland müsse immer beachten, dass drei Viertel seiner Exporte in die Eurozone gehen. "Und wir haben eine schwache Eurozone, da kann man nicht noch mehr exportieren", warnte er. Er mahnte im Hinblick auf konjunkturpolitische Impulse: "Die USA sollten den Fuß nicht so schnell vom Gaspedal nehmen". Das gelte auch für den Rest der Welt.

In den vergangenen Monaten hatte sich die deutsche Konjunktur deutlich besser entwickelt als erwartet. Mehrere Forschungsinstitute korrigierten ihre Prognosen für das laufende Jahr deutlich nach oben. Auch die Zahl der Arbeitslosen ging deutlich zurück - zuletzt auf gut drei Millionen.

Trotz der wirtschaftlichen Talfahrt Irlands glaubt Strauss-Kahn nicht, dass die Eurozone schon bald den milliardenschweren Rettungsschirm aktivieren muss. "Das erwarten wir nicht", sagte er. Die Situation in Irland sei ganz anders als in Griechenland. "Aber wir sind bereit, wenn wir gebraucht werden."

Im Frühjahr hatte die Fast-Pleite Griechenlands die Eurozone an den Rande des Auseinanderbrechens gebracht. Die Staaten legten daraufhin ein 750 Milliarden Euro schweres Rettungspaket auf.

böl/Reuters/dpa-AFX

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Mueller-Luedenscheid 01.10.2010
1. Sollte etwa
der "Aufschwung" nur Propagandafeuerwerk sein der von anderem ablenken soll? Als da wären etwa: # Hartz IV # Atomkraftwerkslaufzeitverängerungen # Gesundheitsreform # S21 und und und... Der Chef des IWF als klarer Neoliberaler scheint mir unverdächtig was die Einschätzung des "Aufschwungs" angeht. Wie dem auch sei, "ob er aber über Oberammergau, oder aber über Unterammergau, oder aber überhaupt nicht kommt, ist nicht gewiss."
arioffz 01.10.2010
2. Herr Strauß-Kahn
Zitat von sysopDeutschland, ein Wirtschaftsmärchen?*Dominique Strauss-Kahn glaubt trotz des raschen Aufschwungs nicht daran.*Der IWF-Chef argumentiert:*Weil der Großteil der Exporte in die darbende Eurozone geht,*sind die*Perspektiven übersichtlich.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,720628,00.html
was fällt Ihnen ein sich über das deutsche Wirtschaftswunder so zu äußern? Mit harter Hand wurde doch extra dafür der Regelsatz für Hartz V nach unten korrigiert, das auch die Aufstocker, 1€-Jobber, Zeitarbeiter und andere Niedriglöhner etwas davon haben. Mit Fleiß wird von der besten Regierung ein Mindeslohn verhindert, wie er bei 20 v 26 Eu Ländern bereits existiert. Damit die Glorreiche Mitte unserer arbeitenden auch in diesen Genuss kommen, weil Hartz V macht ja dumm und faul und daraufhin arbeiten wir. Sie sehen doch Anhand der sinkenden AL-Zahlen das wir Vollbeschäftigung haben und dringend Fachkräfte aus dem Ausland benötigen um den Aufschwung weiter zu forcieren. Sie sollten sich schämen diese Anstrengung unserer Wirtschaftsexperten, Statistikern und Politikern so zu zerreden.
Baracke Osama, 01.10.2010
3. --
Zitat von sysopDeutschland, ein Wirtschaftsmärchen?*Dominique Strauss-Kahn glaubt trotz des raschen Aufschwungs nicht daran.*Der IWF-Chef argumentiert:*Weil der Großteil der Exporte in die darbende Eurozone geht,*sind die*Perspektiven übersichtlich.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,720628,00.html
Wenn der IWF seinen Blick auf ein Land wirft, muss man höllisch aufpassen. Denn dann droht die Versklavung. Die Geschichte zeigt, überall wo sich IWF "eingemischt" hat, ist die Situation nicht wirklich besser geworden und durch Tricks sichert sich IWF den Zugang zu den Ressourcen. Weltbank gehört übrigens zu der gleichen Mafia.
Kontrastprogramm 01.10.2010
4. Fundamentaler Irrtum
Strauss-Kahn hätte Recht, wenn unsere Nachbarn uns unsere Sachen abkaufen würden , weil wir so hübsche blaue Augen haben. Ein Blick in die Exportstatistik zeigt aber eher auf, dass die Exporterfolge der Nichtverfügbarkeit der Produkte bei unsereren Nachbarn gegründet ist. Wer will schon eine "Ente" fahren wenn man sich einen BMW oder so leiten kann?
brot_ohne_spiele 01.10.2010
5. Was...
...will Spon uns damit (durch die Blume) sagen ? (Vielleicht: "Entschuldigung, wir müssen auf Merkels Geheiß weichspülen bis die Wäsche zerfällt, aber zur Auflockerung der Diskussion mal einer aus dem "Hardcore" der öffentlich zweifelt") Weil die allerneuesten Top-News sind das ja nicht gerade, zumindest nicht für diejenigen die eins und eins zusammenzählen können und dafür von der "Lalala-ich-halt-mir-beide-Augen-und-die-Ohren-zu" Fraktion niedergeschrien werden. Naja, Entschuldigung angenommen ! :D
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