Preiserhöhung bei der Post Briefe kosten künftig 70 Cent

Die Bundesnetzagentur hat es erlaubt, die Post setzt es um: Das Porto für einen Standardbrief wird im kommenden Jahr von 62 auf 70 Cent erhöht. Es ist die vierte Preiserhöhung in Folge - danach ist aber Ruhe bis 2018.

Briefkasten (in Köln): Vierte Briefporto-Erhöhung in Folge
DPA

Briefkasten (in Köln): Vierte Briefporto-Erhöhung in Folge


Jetzt ist der Weg frei: Die Deutsche Post darf nach einem Vorschlag der Bundesnetzagentur vom kommenden Jahr an ein höheres Porto verlangen. Dieser Preisschritt solle dann aber bis 2018 gelten, teilte der Regulierer am Mittwoch mit - damit sollen jährliche geringfügige Preisanpassungen vermieden werden.

Im kommenden Jahr darf die Post also an der Preisschraube drehen: Rund sieben Prozent über alle Produkte hinweg dürfte Experten zufolge der Spielraum betragen. Damit steht den Verbrauchern zu Jahresbeginn 2016 die vierte Preiserhöhung der Post in Folge ins Haus, das Porto für den Standardbrief steigt von derzeit 62 Cent auf 70 Cent, wie das Unternehmen in Bonn mitteilte.

Die Bundesnetzagentur muss das Briefporto der Post genehmigen, weil der ehemalige Staatsmonopolist auf dem Briefmarkt noch immer eine beherrschende Stellung einnimmt. Der Bonner Konzern ist das einzige Unternehmen in Deutschland, das die Versorgung der Bevölkerung mit Briefen von den Halligen bis zu den Alpen sicherstellt, Konkurrenten konzentrieren sich vor allem auf das lukrative Geschäft in Ballungsräumen und mit Firmenkunden.

Für das kommende Jahr hatte die Bundesregierung der Post nun einen größeren Spielraum für Preiserhöhungen zugestanden, unter anderem soll die Bundesnetzagentur bei ihren Entscheidungen auch Gewinnmargen anderer europäischer Postunternehmen als Vergleich heranziehen. Damit soll der Deutschen Post ein "angemessener Gewinnzuschlag" ermöglicht werden.

Post-Chef Frank Appel hatte bereits eine Preiserhöhung für das kommende Jahr signalisiert. Appel betont, der Konzern müsse in der Briefzustellung genug Geld erwirtschaften, um seine Leistungsfähigkeit in Deutschland zu erhalten. Zu Jahresbeginn 2015 hatte die Post den Preis für den Standardbrief bis 20 Gramm bereits von 60 Cent auf 62 Cent angehoben.

nck/dpa/Reuters



insgesamt 65 Beiträge
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Wagnerf 21.10.2015
1. Oh, nein!
Wie soll ich als Privatperson nur die Mehrkosten von 80 Cent pro Jahr aufbringen?! Mal im Ernst: Wer schreibt denn noch soviele Briefe, dass das wirklich ins Gewicht fällt?
LapOfGods 21.10.2015
2. Wucher
Wie sind die denn vorher ewig mit 55 Cent klargekommen? 27% Erhöhung in 3 Jahren und 2 Tagen - sowas kennt man sonst nur von Bankern.
GoaSkin 21.10.2015
3. ein Brief ist eh viel zu billig
Für gut einen halben Euro aus dem Briefkasten geleert, mehrfach sortiert und herum gefahren und dann teilweise mit mehrminütigem Aufwand durch ein vom Hund bewachtes Grundstück bis zum Briefkasten getragen? Etwas zu viel verlangt für ein paar Cent. Wem das zu teuer ist, der sollte sich eher überlegen, ob es nicht für Vieles Alternativen zum Postweg gibt.
Schroekel 21.10.2015
4. 'Firmen' ...
... (wenn man bei der Post von einer Firma überhaupt sprechen kann) ohne Konkurrenz sind ein Krebsgeschwür der Wirtschaft und gehören dereguliert.
luwigal 21.10.2015
5. So sägt man den Ast ab, auf dem man sitzt.
Dreimal in Folge in den vergangenen Jahren von 55 auf 58 auf 60 auf 62 Cent
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