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11. Mai 2017, 09:14 Uhr

Analysten enttäuscht

Post macht mehr Gewinn - aber nicht genug

Über eine zu geringe Nachfrage kann sich die Post nicht beklagen. Das Problem aus Sicht der Analysten: Der Gelbe Riese macht zu wenig daraus.

Die Deutsche Post hat dank des boomenden Paket- und Expressgeschäfts Umsatz und operativen Gewinn gesteigert. Der Zuwachs im ersten Quartal fiel aber geringer aus als vom Markt erwartet. Dies liegt auch am Frachtgeschäft. In der Sparte verdiente die Post weniger. "Hier sind wir mit der Ergebnisentwicklung nicht zufrieden", sagte Finanzchefin Melanie Kreis am Donnerstag. Das operative Ergebnis - das sogenannte Ebit - legte im Auftaktquartal um 1,4 Prozent auf 885 Millionen Euro zu. Der Umsatz kletterte um 7,3 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro. Analysten hatten jedoch mit einem Ebit von 915 Millionen Euro und einem Umsatz von 14,49 Milliarden Euro gerechnet.

Im boomenden Paketgeschäft konnte der Bonner Logistik-Konzern den Umsatz deutlich auf 425 Millionen Euro steigern. Immer mehr Kunden bestellen Waren bei Onlinehändlern von Amazon bis Zalando , die Post liefert diese dann aus. Für Amazon stellt sie in Deutschland auch frische Lebensmittel zu. Noch deutlicher stiegen die Gewinne im Expressgeschäft, hier kletterten sie um 11,5 Prozent auf 396 Millionen Euro. In der Frachtsparte sank das operative Ergebnis dagegen. Es schrumpfte von 51 auf 40 Millionen Euro. In dem lange kriselnden Geschäft seien die Frachtraten im Quartal zwar gestiegen, die gestiegenen Kosten hätten jedoch nicht vollständig auf die Endkundenpreise umgelegt werden können, räumte die Post ein.

Die Jahresprognose hat jedoch Bestand: 2017 soll der operative Gewinn von 3,5 Milliarden Euro aus dem vergangenen Jahr auf rund 3,75 Milliarden Euro steigen. Bis 2020 soll der operative Ertrag im Mittel jährlich um durchschnittlich mehr als acht Prozent zulegen.

Die Post hatte ihre Strategie 2020 im Jahr 2014 vorgelegt - und zog nun eine positive Halbzeitbilanz. Die Strategie setzt unter anderem auf die internationale Expansion des Paketgeschäfts, um auch außerhalb Deutschlands vom anhaltenden eCommerce-Boom zu profitieren. Dabei ist der Konzern deutlich vorangekommen. Unter anderem in 22 europäischen Ländern ist er mit seinem Paketgeschäft vertreten. Die Post baut ihr Netz aber über Europa hinaus aus. Dazu investiert sie in den USA, in Indien ist der Konzern nach eigenen Angaben bereits Marktführer, in Malaysia und Chile ist die Post im Paketgeschäft für den Onlinehandel ebenfalls aktiv.

mik/Reuters

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