Streit um Kündigungsschutz Beschäftigte legen Postbank-Filialen lahm

Postbank-Kunden müssen geduldig sein: Die überwiegende Zahl der 1100 Filialen bleibt am Dienstag wegen eines Streits über den Kündigungsschutz geschlossen. Allein in Hamburg trifft es rund 20 Niederlassungen.

Kundgebung von Postbank-Beschäftigten in Karlsruhe: Ständige Verkaufsgerüchte
DPA

Kundgebung von Postbank-Beschäftigten in Karlsruhe: Ständige Verkaufsgerüchte


Bonn/Berlin - Die letzte Verhandlungsrunde bei der Postbank blieb erfolglos, nun gehen die Beschäftigten den nächsten Schritt: Im Streit um einen tariflichen Kündigungsschutz für die rund 9500 Bank-Mitarbeiter haben Arbeitnehmervertreter bundesweit Filialen lahmgelegt. Die "überwiegende Zahl" der 1100 deutschen Standorte sei betroffen, sagte eine Sprecherin der Postbank.

Die Betriebsräte hätten zu Betriebsversammlungen - vielfach von 10 Uhr bis 16 Uhr - aufgerufen. In Hamburg etwa blieben alle 21 Filialen im Stadtgebiet geschlossen. Die Bankautomaten liefen aber weiter, sagte die Postbank-Sprecherin. Außerdem könnten Kunden einfache Bankgeschäfte auch in den Postagenturen erledigen.

Eine Sprecherin der Gewerkschaft Ver.di kündigte neben den Betriebsversammlungen zahlreiche weitere Aktionen wie Kundgebungen und "aktive Mittagspausen" an. Auch für die Zukunft seien weitere Aktionen nicht ausgeschlossen. Die Mitarbeiter sorgten sich um ihre Stellen - auch vor dem Hintergrund ständiger Verkaufsgerüchte, die von der Deutschen Bank als Eigentümerin nicht dementiert würden, sagte die Sprecherin. Ohne Kündigungsschutz werde es keinen Tarifabschluss geben.

Für die dritte Verhandlungsrunde bei der Postbank am 4. März in Hamburg fordere Ver.di außerdem eine angemessene Gehaltsanhebung. Bisher hatten die Arbeitgeber jeweils 1,6 Prozent zum 1. März 2015 und 2016 angeboten. Dies sei viel zu wenig, sagte die Ver.di-Sprecherin. Die Postbank-Sprecherin nannte das Angebot dagegen "fair und angemessen".

yes/dpa



insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
crazy_swayze 24.02.2015
1.
1,6%+ bei null Inflation ist ein gutes Angebot. Glaube kaum dass es im Bankgewerbe groß Produktivitätssteigerung gibt. Kündigungsschutz ist allerdings zwingend, würde ich auch nicht anders machen.
fatherted98 24.02.2015
2. Postbank?...
....sind das nicht die, die ab April für jede Überweisung die auf einem Formular abgegeben wird, 99 Cent verlangen?....Da hilft nur: Bankwechsel!
themistokles 24.02.2015
3.
Zitat von fatherted98....sind das nicht die, die ab April für jede Überweisung die auf einem Formular abgegeben wird, 99 Cent verlangen?....Da hilft nur: Bankwechsel!
Und wieso? Müsste jetzt echt mal überlegen, wann das ich letztes Mal physisch einen Überweisungsträger benutzt habe...
artikel20absatz4gg 24.02.2015
4.
Bei der Postbank funktionierte in den letzten Jahren sowieso immer weniger, so dass ich fast nach 30 Jahren als Kunde entnervt die Bank gewechselt habe. Ich hatte zuletzt eher den Eindruck, Arbeitsverweigerung sei dort seit der Privatisierung der Post nun die übliche Geschäftspraxis geworden, nun muss ich lesen, dass sie noch einen draufsetzen...
eckawol 24.02.2015
5. Leider möchten diese Bankangestellten nachweisen, dass
sie nicht mehr gebraucht werden. Die Kunden können für das Tagesgeschäft ausweichen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.