Streit um Kündigungsschutz Postbanker streiken am Montag

Postbank-Kunden stehen am Montag womöglich vor geschlossenen Türen. Die Mitarbeiter gehen in den Warnstreik, der Ausstand betrifft voraussichtlich zahlreiche Filialen in ganz Deutschland.

Kunde verlässt Postbankfiliale (Archivbild): Wegen Streiks geschlossen
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Kunde verlässt Postbankfiliale (Archivbild): Wegen Streiks geschlossen


Berlin - Die Gewerkschaft Ver.di hat im Tarifkonflikt mit der Postbank zu Warnstreiks aufgerufen. Diese sollen an ausgewählten Stellen quer durch das ganze Bundesgebiet stattfinden. Zahlreiche Filialen würden deshalb am Montag geschlossen bleiben, teilte die Gewerkschaft mit.

Die Tarifrunden für die rund 9500 Beschäftigten der Postbank Filialvertrieb AG sowie für die rund 2700 Beschäftigten der Postbank AG Chart zeigen, der Firmenkunden AG und der BHW-Gruppe seien bislang ergebnislos geblieben, schreibt Ver.di. Neben den Filialen betreffe der Ausstand am Montag auch den Service- und Backoffice-Bereich.

Ver.di fordert für die Beschäftigten der Postbank Filialvertrieb AG unter anderem fünf Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und die Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Ende 2020. Ver.di-Bundesvorstand Christoph Meister hatte erklärt, vor dem Hintergrund fortwährender Verkaufsgerüchte werde es keinen Tarifabschluss ohne Kündigungsschutz geben.

Die Postbank gehört seit 2010 mehrheitlich zur Deutschen Bank, die damit ihr Privatkundengeschäft stärkte. Inzwischen gibt es jedoch interne Gedankenspiele, wonach die Frankfurter die Tochter wieder abstoßen könnten, um in Zeiten strengerer Regulierung die Bilanz zu verkürzen.

Für die 2700 Beschäftigten der Postbank AG, der Firmenkunden AG und der BHW-Gruppe fordert Ver.di ebenfalls einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2020 sowie einen Tarifvertrag zum Vorruhestand mit Rechtsanspruch.

Bereits am vergangenen Dienstag hatten Arbeitnehmervertreter bundesweit Filialen lahmgelegt. Am kommenden Mittwoch gehen die Verhandlungen für die Beschäftigten der Postbank Filialvertrieb AG in Bonn in die dritte Runde. Die Tarifverhandlungen für die Postbank AG, die Firmenkunden AG und die BHW-Gruppe werden in der zweiten Runde am Donnerstag ebenfalls in Bonn fortgesetzt.

bos/Reuters



insgesamt 8 Beiträge
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szr 01.03.2015
1. Stell Dir vor, es ist Streik, ...
... und keiner merkt es. Filialen lahm legen ist im Zeitalter von e-Banking und Geldautomaten kein echtes Drohszenario, oder?
noch_ein_neuer_account 01.03.2015
2.
Zitat von szr... und keiner merkt es. Filialen lahm legen ist im Zeitalter von e-Banking und Geldautomaten kein echtes Drohszenario, oder?
Doch - der AG könnte bemerken, wie überflüssig die Filiale doch ist, und die Leute im Nachgang feuern ;-).... Klassisches Eigentor; bitte mehr davon!
aktiverbeobachter 01.03.2015
3. Pauschaler KündigungsSchutz
bis 2020?! Unglaublich was Gewerkschafte so alles fordern. Einen guten engagierten Job machen ist meiner Meinung nach immer noch der beste Kündigungsschutz!
ClausWunderlich 01.03.2015
4.
Kündigen und dann als Leiharbeiter wieder einstellen. Dann hört das Streiken auf und es ist auch noch 20-30% günstiger. Das mit der Leiharbeiter wird aber eh kommen. So mancher der Denkt das sein job davor noch sicher sei ist schneller in Leiharbeiter als er denkt. Auf den gleichen Arbeitsplatz!
darkview 01.03.2015
5. DHL und Packstation
Merken wer den es mal wieder die Post-Kunden. DHL war am Samstag so schlau, mein in die Packstation bestelltes Paket in eine Filiale umzuleiten. Es ist ja nicht so, dass ich das zum Spaß zu Packstation bestelle. Wenn Postbank streikt, seh ich als Post-Zwangskunde doch wieder blöd aus. Diese Konstruktion ist zum Kotzen, die können weder Post noch Bank.
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