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25. April 2016, 09:41 Uhr

Sparprogramm

Postbank will Mitarbeiter durch Automaten ersetzen

Die Postbank hat offenbar Sparpläne: Sie will die Zahl der Filialen einem Bericht zufolge senken und mehr Automaten einsetzen. Auch das kostenlose Girokonto könnte verschwinden.

Die Postbank will ihr Filialnetz verkleinern und Mitarbeiter durch Automaten ersetzen. "Wir wollen die Filialen stärker automatisieren", sagte Postbank-Chef Frank Strauß im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Zudem überlege die Postbank, "in Ballungszentren einige Filialen zusammenzulegen". In Zukunft werde es auch Filialen geben, in denen nur noch ein Mitarbeiter arbeite, weil ein neues Kassensystem das Vier-Augen-Prinzip unnötig mache.

Das Erlöspotenzial der Banken sei wegen der Negativzinsen gesunken. "Deshalb kommen wir nicht an der Diskussion um Preise vorbei", sagte Strauß der Zeitung. "Möglich, dass wir auch noch ein kostenloses Konto haben werden, das dann aber nur ganz bestimmte Dienstleistungen einschließt", ergänzte er.

Mit den Gebühren für Papierüberweisungen habe die Postbank gute Erfahrungen gemacht. "Die Kunden haben das akzeptiert, ein Teil schätzt die Dienstleistung und bezahlt das, die anderen aber nutzen einfach andere Überweisungsformen", sagte Strauß. Die Postbank kassiert seit dem vergangenen Jahr 99 Cent für Papierüberweisungen, bis dahin hatten diese nichts gekostet.

Wegen der anhaltenden Niedrigzinsen verdienen die Banken, Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken deutlich weniger. Viele erhöhen deshalb die Kosten für die Kontoführung oder andere Dienstleistungen.

Für 2016 macht sich die Deutsche Postbank nach früheren Angaben auf ein "moderat rückläufiges" Ergebnis vor Steuern gefasst. Die Postbank ist eine Tochter der Deutschen Bank, allerdings steht sie zum Verkauf. Die Deutsche Bank rechnet nach aktuellen Aussagen damit, dass ein Börsengang oder Verkauf erst im kommenden Jahr gelingen kann. Aktuell müsste die Bank beim Preis für die Bonner Tochter große Zugeständnisse machen.

nck/Reuters

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