Deutsche Post Postfächer kosten künftig Gebühren

Die Post zieht Konsequenzen aus höheren Kosten und rückläufiger Nachfrage: Wer seine Briefe in einem Postfach lagert, muss dafür künftig Gebühren bezahlen. Von März an ist es soweit.

Postfachanlage in Frankfurt am Main
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Postfachanlage in Frankfurt am Main


Aus für das kostenfreie Postfach: Die Deutsche Post lässt sich den Service künftig von den Nutzern bezahlen. Ab 1. März kassiert der Bonner Konzern eine Gebühr von 19,90 Euro pro Jahr. Ein Konzernsprecher bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Es ist das Ende einer langen Tradition.

Die Post begründete den Schritt unter anderem mit gestiegenen Kosten für Immobilien, Instandhaltung und Unterhaltung der Postfächer und höheren Stromkosten. Neukunden müssen bereits seit Juli vergangenen Jahres dafür bezahlen, dass sie ihre Briefe selbst in einer Postfiliale abholen.

Derzeit unterhält die Post insgesamt 818.000 Postfächer bundesweit. Die überwiegende Mehrheit der Nutzer seien Gewerbetreibende, sagte der Sprecher. Durch die Einführung einer Postfachmiete ergibt sich rechnerisch für Post ein Zusatzerlös von rund 16 Millionen Euro im Jahr.

Ähnlich wie beim traditionellen Briefversand ist nach weiteren Angaben des Unternehmens auch die Nutzung von Postfächern in den vergangenen Jahren rückläufig. Eine Zahl nannte der Sprecher nicht. Jeder fünfte Brief soll derzeit in einem Postfach landen.

Unterdessen nimmt das Briefvolumen der Post jährlich im Schnitt um zwei bis drei Prozent ab. Grund hierfür ist die Ausbreitung der digitalen Konkurrenz wie SMS, E-Mail und zahlreiche Messenger-Dienste um Facebook Chart zeigen, WhatsApp & Co.

mik/dpa



insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
syracusa 11.01.2017
1. Zustellgebühr?
Die Post spart dafür die Lohnkosten der Briefträger ein. Ich glaube nicht, dass die Kosten der Postfächer auch nur entfernt an die Kosten des Briefaustragens heran reichen. Kann es sein, dass demnächst auch eine Zustellgebühr fällig wird?
GungaDin 11.01.2017
2. Postfachmiete? Kundenfeindlich!
Und so erliegt die Post der Versuchung, auch noch aus dem letzten Service Profit zu pressen, mit lappedudeliger Begründung. Was kommt als nächstes? Zustellung nur noch gegen Gebühr, da ja di Kosten für die Fahrradreifen und der Fahrradwartung gestiegen sin? Man kann ja dem Empfänger zumuten ansonsten zum nächsten Verteilerzentrum zu fahren...
66jh 11.01.2017
3. einfach nicht nachvollziehbar
Die Entscheidung sowie die Begründung, Postfächer mit Gebühren zu belegen, ist nicht logisch nachvollziehbar. Die Alternative wäre doch nur, dass Kunden sich die Post wieder zustellen zu lassen. Selbst als (Klein-)Unternehmer erhalte ich täglich viele Briefsendungen, würden diese zugestellt, so muss dafür der Briefträger zum Geschäft kommen, abliefern, ggfls. Unterschriften für Einschreiben einholen, etc., also ein Aufwand an Arbeitszeit nur für die Belieferung meines Ladenlokals von 3 bis 5 Minuten, im Monat geschätzt zusätzliche 60 bis 90 Minuten Arbeitszeit für den einen Aussteller nur für mein Ladenlokal, sollte ich mein Postfach abschaffen. Im Grunde müsste die Post dankbar für jeden Gewerbetreibenden sein, welcher die Post über Postfächer zustellen lässt statt gewerbliche Postfachinhaber mit Gebühren zu belegen.
realplayer 11.01.2017
4.
Postfächer werden doch größtenteils nur von Firmen genutzt. Und die können die 20 Euro locker abschreiben.
meikel.lopez 11.01.2017
5.
Q#1 und #2 Ähmm. Zustellgebühren gibt es doch schon. Nennt sich Porto und steigen mittlerweile Regelmäßig.
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