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11. November 2013, 10:30 Uhr

Koalitionsverhandlungen

Prepaid-Karten sollen Stromsperren verhindern

Mehr als 300.000 Haushalten wird jedes Jahr vorübergehend der Strom abgeklemmt, weil die Rechnungen nicht bezahlt werden. Mit dieser drastischen Maßnahme soll nach Plänen der künftigen Koalition bald Schluss sein. Union und SPD wollen Vorkassesysteme einführen.

Berlin - Verbraucher kennen es vor allem von Handys, nun soll das Prepaid-System auf Stromnutzer übertragen werden. So wollen Union und SPD die wachsende Zahl von Stromsperren wegen unbezahlter Rechnungen eindämmen. "Die Versorger bekommen ihr Geld und der Verbraucher muss nicht auf Strom verzichten", sagte die CDU-Politikerin Mechthild Heil der "Saarbrücker Zeitung". Das Vorkassesystem solle verhindern, dass sich Monat für Monat Stromschulden auftürmen, die dann zu einer Stromsperre und zu noch höheren Kosten führen könnten, sagte Heil, die bei den Koalitionsverhandlungen Unionschefunterhändlerin in der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz ist.

Die Stromkunden würden durch das Prepaid-System "achtsamer und sparsamer mit ihrem Verbrauch umgehen", sagte Ulrich Kelber, Chefunterhändler für die SPD, der "Saarbrücker Zeitung". Die Energieversorger sollen dem Bericht zufolge verpflichtet werden, ihre Stromzähler technisch umzurüsten. Heil sagte der Zeitung, dafür sei eine Frist innerhalb "von zehn Jahren" vorstellbar.

Die Unterarbeitsgruppe Verbraucherpolitik hatte bereits am Freitag zum Abschluss ihrer Verhandlungen Maßnahmen gegen Strom- und Gassperren angekündigt, um vor allem Verbraucher mit niedrigem Einkommen vor Energiearmut zu schützen. In Deutschland sind dem Bericht zufolge pro Jahr mehr als 300.000 Haushalte von Stromsperren betroffen.

yes/AFP

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