Mögliche Steuerhinterziehung bei Kunden Razzia bei PricewaterhouseCoopers

Deutschlands bekannteste Wirtschaftsprüfer sind ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Die Fahnder suchen Belege für Steuerhinterziehung bei einem PwC-Kunden.
Firmenschild einer Frankfurter Niederlassung von PricewaterhouseCoopers: Ungewöhnliche Razzia

Firmenschild einer Frankfurter Niederlassung von PricewaterhouseCoopers: Ungewöhnliche Razzia

Foto: Boris Roessler/ dpa

Ein Aufgebot von rund 30 Polizisten, Staatsanwälten und Steuerfahndern durchsucht die Frankfurter Büros der Wirtschaftsprüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Laut »Handelsblatt«  geht es um den Verdacht auf Steuerhinterziehung im großen Stil bei der DSK Hyp, einer deutschen Tochter der schwedischen Großbank SEB. Die DSK Hyp ist Kunde bei PwC. Ein Sprecher der Gesellschaft bestätigte die Durchsuchung. PwC sei Zeuge in einem Verfahren.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln sagte der Zeitung, man suche mögliche Korrespondenzen zu sogenannten Cum-ex-Geschäften. Bei diesen ließen sich Firmen teils Steuern erstatten, die sie gar nicht abgeführt hatten. Deutschlandweit gibt es mehr als 120 Cum-ex-Verfahren mit rund 1350 Beschuldigten. Die SEB soll laut »Handelsblatt« insgesamt 936 Millionen Euro aus solchen Geschäften zurückzahlen, inklusive Zinsen sogar noch deutlich mehr. Die Bank lehnt die Rückforderungen ab.

Laut der Zeitung ist die Razzia ungewöhnlich. Staatsanwälte richteten üblicherweise reguläre Anfragen an Wirtschaftsprüfer verdächtiger Firmen, ihnen mit Dokumenten bei Ermittlungen zu helfen. Es komme eher selten vor, dass sie die Büros der Wirtschaftsprüfer stürmten. PwC soll bei der Herausgabe von Unterlagen zu zögerlich gewesen sein. In ihren Prüfberichten zu den Geschäftsberichten der DSK Hyp hatte PwC von 2008 bis 2015 keine Einwendungen.

ssu
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