Billigmodekette Primark Arbeiter nähen Hilferufe in Kleidung ein

Eine Kundin der irischen Billigmodekette Primark hat in ihrer neuen Hose einen Zettel mit asiatischen Schriftzeichen gefunden - der Hilferuf einer Arbeitskraft, angeblich aus einem chinesischen Gefängnis. Es ist bereits der dritte Vorfall innerhalb weniger Tage.
Primark-Filiale in London: Arbeiter nähen Hilferufe in die Kleidung ein

Primark-Filiale in London: Arbeiter nähen Hilferufe in die Kleidung ein

Foto: PAUL HACKETT/ Reuters

London - Die irische Billigmodekette Primark ist erneut wegen der Arbeitsbedingungen bei der Herstellung ihrer Kleidung in die Kritik geraten. Eine Primark-Kundin aus Belfast in Nordirland hatte erklärt, in einer in einem der Geschäfte der Kette gekauften Hose sei ein Zettel eingenäht gewesen, versehen mit der in asiatischen Schriftzeichen verfassten Klage einer Arbeitskraft, wie die BBC berichtet .

In der Notiz macht der Schreiber geltend, er und seine Kollegen müssten "wie Ochsen" arbeiten. Das Essen, das ihnen zur Verfügung gestellt werde, wäre für Tiere ungenießbar. Darüber stehen in lateinischer Schrift die Worte "SOS! SOS! SOS!". Die Nachricht war in den Gefangenenausweis eines chinesischen Gefängnisses eingelegt.

Der Vorwurf ist der dritte gegen Primark innerhalb weniger Tage, wie mehrere britische Medien am Mittwoch gleichlautend berichteten. Vor Kurzem war im walisischen Swansea ein eingenähter Zettel in einem Kleid aufgetaucht, der die Aufschrift trug: "...forced to work exhausting hours" (etwa: ...zum Arbeiten bis zur Erschöpfung gezwungen...". Eine weitere Primark-Kundin hatten einen Zettel mit der Aufschrift "degrading sweatshop conditions" ("erniedrigende Bedingungen in einem Ausbeuterbetrieb") in ihrem Kleid vorgefunden.

Primark kündigte der BBC gegenüber eine Untersuchung der Vorfälle an. Eine Anfrage der Nachrichtenagentur dpa beantwortete das Unternehmen nicht. Primark war bereits in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass das Unternehmen Kleidung in der Fabrik in Bangladesch hatte fertigen lassen, deren Gebäude im April 2013 eingestürzt war und mehr als 1100 Billigarbeiter unter sich begraben hatte.

nck/dpa
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