Privatisierung Hypo Real Estate will zurück zur Normalität

Die Hypo Real Estate musste mit milliardenschweren Staatshilfen gerettet werden - will aber bald gewinnbringend verkauft werden: Die Pleitebank bereitet nach Angaben von Unternehmenschefin Better ihre Reprivatisierung vor. Schwarze Zahlen sind jedoch noch nicht in Sicht.

Hypo-Real-Estate-Zentrale in München: Gewinn für 2011 im Kerngeschäft in Aussicht gestellt
dapd

Hypo-Real-Estate-Zentrale in München: Gewinn für 2011 im Kerngeschäft in Aussicht gestellt


München - Die Hypo Real Estate will nichts von ihrer Abwicklung wissen - obwohl Experten im Auftrag der Bundesregierung dazu raten. Das sei unrealistisch und für den Bund auch nicht die beste Option, sagte die Chefin der Pleitebank, Manuela Better, am Donnerstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz in München.

Better hat andere Pläne: Sie hofft auf einen Verkauf des Kerngeschäfts unter dem Namen Deutsche Pfandbriefbank nach der Sanierung des verstaatlichen Finanzinstituts. "Wir bereiten die Deutsche Pfandbriefbank auf die Reprivatisierung vor", sagte Better. Dieser Schritt sei für den Bund eine "wertmaximierende Option" für den Ausstieg.

Der Bund hatte die HRE im Krisenjahr 2009 nach Milliardenverlusten gegen den Willen zahlreicher Aktionäre mit Milliarden an Steuergeldern verstaatlicht und ist seitdem der alleinige Besitzer. Ein Anfang Februar bekanntgewordenes Gutachten im Auftrag der Regierung räumt dem Institut allerdings kaum noch Zukunftschancen ein. Finanzminister Wolfgang Schäuble will der Bank dagegen noch eine Überlebenschance geben.

Anlass zum Optimismus gibt die jüngst bessere Geschäftsentwicklung: Zwar hat die HRE im vergangenen Jahr einen Verlust von rund 860 Millionen Euro eingefahren. Im vierten Quartal sei aber die Rückkehr in die Gewinnzone gelungen, sagte Better. Der Vorsteuergewinn von rund 268 Millionen Euro in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres habe den Verlust etwas gesenkt. Im Jahr 2009 hatte die Bank noch einen Verlust von 2,2 Milliarden Euro verzeichnet.

Für dieses Jahr versprach die Bank ein Plus in ihrem Kerngeschäft. In den ersten beiden Monaten sei nichts passiert, das die Prognose eines Gewinns 2011 bei der Pfandbriefbank in Frage stelle, sagte Finanzchef Alexander von Uslar. Zum Zeitpunkt eines möglichen Verkaufs wolle die Bank eine Eigenkapitalrendite oberhalb von acht Prozent nach Steuern haben. 15 Prozent oder mehr seien aber sicherlich nicht drin.

Für das Gesamtgeschäft allerdings rechnet die Bank weiterhin mit Verlusten: Nach der Auslagerung der größten Risiken in die ebenfalls bundeseigene "Bad Bank" FMS muss die HRE ihr dafür im laufenden Jahr nachträglich noch bis zu 1,6 Milliarden Euro Kapital übertragen und würde damit erneut mit roten Zahlen abschließen, sagte Vorstandschefin Better.

yes/dpa/Reuters/AFP



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