Produktionsengpass Branchenverband warnt vor Schuh-Knappheit

Die Deutschen kaufen immer mehr Schuhe. Doch auch in China steigt die Nachfrage. Darum müssen sich Konsumenten hierzulande auf einen Engpass in den Läden und höhere Preise einstellen, warnt der Branchenverband.
Schuhe auf einer Fachmesse: Begehrtes Gut

Schuhe auf einer Fachmesse: Begehrtes Gut

Foto: dapd

Düsseldorf - Sechs Paar Schuhe haben Frauen in Deutschland im vergangenen Jahr im Durchschnitt gekauft. Laut dem Bundesverband der Deutschen Schuhindustrie (HDS) waren Männer mit zwei Paar etwas bescheidener. Doch bald müssen sich die Kunden womöglich einschränken. Denn der Branchenverband warnt vor einem Engpass bei Schuhen. "Es gibt Lieferschwierigkeiten, vor allem in Asien", zitiert die Zeitung "Die Welt" HDS-Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert.

Grund seien fehlende Produktionskapazitäten in Ländern wie China oder Vietnam. Dort sei die Herstellung während der Wirtschaftskrise heruntergefahren worden. "Und nun klappt das Wiederaufstocken nicht schnell genug", sagte Junkert. Aus China kommen 56 Prozent der in Deutschland verkauften Schuhe. Doch Ostasien spielt nicht nur in der Produktion eine wichtige Rolle, sondern auch bei der Abnahme. In China seien Schuhen enorm gefragt, sagte Junkert. "Und dieser Bedarf wird von den Fabriken vor Ort nun zuerst bedient."

Schuhhändlern in Deutschland bereitet der Engpass Sorgen. Laut Branchenverband stiegen die Umsätze der bundesweit rund 12.000 Schuhgeschäfte im vergangenen Jahr um fast acht Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Neben dem Modebewusstsein der Deutschen machen die Händler dafür auch den langen Winter verantwortlich.

Kunden in Deutschland müssen sich nun auf höhere Preise einstellen. "An Preiserhöhungen führt kein Weg vorbei", sagte Junkert. Als Grund nannte er neben den Kapazitätsengpässen in den Produktionsländern höhere Lohnkosten und steigende Rohstoffpreise. So sei Leder in den vergangenen Monaten um bis zu 30 Prozent teurer geworden. Für die Frühjahr- und Sommerkollektion rechne er mit einem Preisanstieg zwischen drei und fünf Prozent, sagte Junkert. Im vergangenen Jahr kosteten Damenschuhe im Sommer durchschnittlich 62 Euro, Männerschuhe 75 Euro.

mmq

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