Produktpiraterie Handel mit gefälschten Waren ist weltweit gestiegen

Weltweit beschlagnahmen Zollfahnder immer mehr Produktfälschungen. Vor allem Alltagsgegenstände sind betroffen, aber auch medizinische Geräte. Die Fälschungen stammen aus allen Ecken der Welt, besonders aber aus einer.

Schuhe mit Markenfälschung beim Zoll Hannover (Archivbild)
DPA

Schuhe mit Markenfälschung beim Zoll Hannover (Archivbild)


Die Produktpiraterie nimmt zu: Weltweit werden gefälschte und unerlaubt hergestellte Waren im Wert von gut 460 Milliarden Euro gehandelt. Allein in der Europäischen Union beträgt der Wert 121 Milliarden Euro, das entspricht fast sieben Prozent des Imports, wie aus einer Studie der Industriestaaten-Organisation OECD und des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum hervorgeht.

Die Daten des Berichts beziehen sich auf Angaben der internationalen Zollbehörden zum Jahr 2016. Den Berechnungen nach ist der Anteil gefälschter Waren am Welthandel seit 2013 um 0,8 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent gestiegen. Diese Zunahme fällt auf einen Zeitraum, in dem der Welthandel vergleichsweise schwach stieg.

Der Anstieg bei den Produktfälschungen sei "mit einem erheblichen potenziellen Risiko für geistiges Eigentum" verbunden, schreiben die Autoren. Vor allem für innovative Unternehmen, deren Geschäft hauptsächlich auf eigenen Erfindungen beruht, seien Fälschungen ein Risiko.

Gefälschte Medikamente können gefährlich werden

Vor allem alltägliche Konsumgüter sind von Fälschungen betroffen - etwa Schuhe, Kosmetik oder Spielzeug. Aber auch bei Ersatzteilen, Batterien oder Luxusartikeln finden sich gefälschte Waren (siehe Grafik). Werden Produkte wie Kontaktlinsen oder Pharmazeutika gefälscht, könne das negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Käufer haben.

Fälschungen stammen den Angaben zufolge praktisch aus allen Ländern der Welt. Allerdings seien China beziehungsweise Hongkong immer noch die größten Ursprungsländer. Am stärksten von Produktpiraterie betroffen seien Unternehmen, die vornehmlich in OECD-Ländern wie den USA, Frankreich, Italien, der Schweiz, Deutschland, Großbritannien, Japan oder Korea angesiedelt seien.

Kleine Sendungen werden seltener kontrolliert

Der Handel mit gefälschten Produkten sei sehr dynamisch. "Fälscher suchen aggressiv nach neuen Gewinnmöglichkeiten", heißt es in dem Bericht. Es sei zu beobachten, dass sich Kriminelle neuerdings etwa auch auf gefälschte Gitarren und Baumaterialien konzentrieren.

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Die Experten beobachten einen weiteren Trend: Der Anteil kleiner Sendungen scheine zuzunehmen. Wenn nur kleine Pakete verschickt werden, sei die Chance geringer, dass sie entdeckt werden. Dies stelle insbesondere den Zoll vor große Herausforderungen. Der Bericht zeigt auch auf: Die Rate der Zollabfertigungen ist insgesamt niedrig. Das hänge auch damit zusammen, dass die Behörden andere Prioritäten haben. Dazu zählten die Bekämpfung des Waffenhandels oder die Eindämmung illegaler Geldtransfers.

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kko/dpa



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