Profiteure der Insolvenz Konkurrenten jagen Schlecker Kunden ab

Viele Verbraucher sind angesichts der Probleme bei Schlecker offenbar zu den Konkurrenten gewechselt. Laut dem Marktforscher GfK machten Rossmann und dm deutlich mehr Umsatz. Auch Einzelhändler wie Penny und Rewe bringen sich in Stellung.

Schlecker-Filiale in Frankfurt am Main: Kunden wandern ab
dapd

Schlecker-Filiale in Frankfurt am Main: Kunden wandern ab


Nürnberg - Schlechte Nachrichten für Schlecker: Konkurrenten wie Rossmann und dm haben der insolventen Drogeriekette in den vergangenen Monaten offenbar einige Kunden abgejagt. Schon im Januar hätten die beiden Schlecker-Rivalen deutlich mehr Umsatz erzielt als im Vorjahresmonat, berichtete die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Vor allem Rossmann habe mit aggressiven Werbekampagnen versucht, dem insolventen Konkurrenten Umsatzanteile abzujagen.

Schleckers Insolvenz war am 20. Januar bekanntgeworden. Das Unternehmen hatte bereits in den Wochen zuvor infolge von Lieferschwierigkeiten Kunden durch leere Regalen vergrault.

Die Marktforscher von der GfK erklärten, von den Problemen bei Schlecker habe neben der direkten Konkurrenz auch der Lebensmitteleinzelhandel profitiert. So habe etwa Penny mit seinem neuen Ladenkonzept speziell bei Körperpflegeprodukten und Kosmetik seinen Umsatz im Januar zweistellig steigern können. Auch Rewe und Edeka seien in diesem Sortimentsbereich stark auf dem Vormarsch.

Die schlechten Geschäfte bei Schlecker machten sich laut GfK bei den Branchenzahlen bemerkbar. Der Markt für Drogeriewaren habe stagniert, weil das "Schwergewicht Schlecker" bei der Körperpflege und bei Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln zweistellig Umsatz eingebüßt habe, teilten die Marktforscher mit.

Drogeriebranche kann mit Umsatzwachstum rechnen

Der Markt für Drogeriewaren bleibe für den Handel aber interessant. Der Absatz von Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln sei zwischen 2006 und 2011 um 3,8 Prozent gestiegen, der Verkauf von Körperpflegeprodukten und Kosmetik legte sogar um 5,7 Prozent zu.

Bei Schlecker arbeitet der Insolvenzverwalter derzeit an einem Sanierungskonzept. Wichtigste Aufgabe ist es zunächst, einen Sozialplan für den Abbau von 11.750 Arbeitsplätzen zu erstellen.

Die Regierung in Baden-Württemberg, wo Schlecker seinen Sitz hat, forderte, das Bundesarbeitsministerium und die Bundesagentur für Arbeit müssten sich an einer Transfergesellschaft finanziell beteiligen. Dadurch könnten Mitarbeiter Hilfe bei der Suche nach einem neuen Job bekommen und bis zu einem Jahr lang bis zu hundert Prozent ihres alten Lohns erhalten.

mmq/dpa/Reuters

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einsteinalbert 07.03.2012
1. der Markt
Zitat von sysopdapdViele Verbraucher sind angesichts der Probleme bei Schlecker offenbar zu den Konkurrenten gewechselt. Laut dem Marktforscher GfK machten Rossmann und dm deutlich mehr Umsatz. Auch Einzelhändler wie Penny und Rewe bringen sich in Stellung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,819763,00.html
bestimmt die Gesetze. Dass die Mitkonkurrenten Schlecker " beerben " wollen und werden ist klar. Schlecker hat in wenigen Jahren ein Imperium hochgezogen, welches nun wieder langsam aber sicher verschwindet. Sein rigider Umgang mit dem Personal und teiels ueberteuerte Waren hat unter den Konsumenten oft zu Veraergerung und Unverstaendnis gefuehrt. Es ist davon auszugehen, dass der Schlecker -Clan genuegend Millionen in Sicherheit gebracht hat, um auch zukuenftig gut leben zu koennen. Die Leidtragenden sind die Mitarbeiter. Mein Mitleid mit dem Schlecker-Clan haelt sich in sehr geringen Grenzen .
leser008 07.03.2012
2. Ach die Regierung BW...........
Zitat von sysopdapdViele Verbraucher sind angesichts der Probleme bei Schlecker offenbar zu den Konkurrenten gewechselt. Laut dem Marktforscher GfK machten Rossmann und dm deutlich mehr Umsatz. Auch Einzelhändler wie Penny und Rewe bringen sich in Stellung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,819763,00.html
Zitat Die Regierung in Baden-Württemberg, wo Schlecker seinen Sitz hat, forderte, das Bundesarbeitsministerium und die Bundesagentur für Arbeit müssten sich an einer Transfergesellschaft finanziell beteiligen. Dadurch könnten Mitarbeiter Hilfe bei der Suche nach einem neuen Job bekommen und bis zu einem Jahr lang bis zu hundert Prozent ihres alten Lohns erhalten. ............................ Dumpfer Populismus der Pensionsberechtigten und Bonusempfänger in der RegierungBW. Die meisten bei Schlecker hatten 400 Euro Jobs und der Rest wurde so erbärmlich bezahlt, dass 100 Proz auch ein Witz wären. Ehrlicherweise muss man sagen, dass es nicht schade um den Sch.Laden ist.# Wichtig ist, dass die Leute zügig andere Jobs bekommen und die Arbeitsverwaltung mal den Schikane- und Quälmodus deaktiviert. Das Volumen an Shampoos und Putzmitteln wird ja gleich bleiben und irgendwer muss das doch verkaufen.
MütterchenMüh 07.03.2012
3. so what
Zitat von sysopdapdViele Verbraucher sind angesichts der Probleme bei Schlecker offenbar zu den Konkurrenten gewechselt. Laut dem Marktforscher GfK machten Rossmann und dm deutlich mehr Umsatz. Auch Einzelhändler wie Penny und Rewe bringen sich in Stellung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,819763,00.html
Das war wohl so zu erwarten. Die in den letzten Jahren von den Gewerkschaften provozierte Negativpresse hat Schlecker sicher auch nicht geholfen. Andererseits bin ich immer noch am überlegen, wozu man überhaupt einen Drogeriemarkt braucht. Was ich brauche hat jeder Supermarkt.
Revarell 07.03.2012
4. Schlecker - Insolvenz
Zitat von sysopdapdViele Verbraucher sind angesichts der Probleme bei Schlecker offenbar zu den Konkurrenten gewechselt. Laut dem Marktforscher GfK machten Rossmann und dm deutlich mehr Umsatz. Auch Einzelhändler wie Penny und Rewe bringen sich in Stellung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,819763,00.html
Was dem einen sein Leid, ist dem anderen sein Freud!
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