Insolventer Windparkbetreiber EnBW gibt Kaufangebot für Prokon ab

EnBW hat mit seinem Kaufangebot für Prokon andere Interessenten aus dem Feld geschlagen. Ob der Energiekonzern die insolvente Windkraftfirma tatsächlich übernehmen darf, entscheiden die Gläubiger erst im Juli.

EnBW-Zentrale in Karlsruhe: Entscheidung im Juli
dapd

EnBW-Zentrale in Karlsruhe: Entscheidung im Juli


Entweder EnBW Chart zeigen kauft Prokon - oder niemand. Der Karlsruher Energiekonzern ist der letzte verbliebene Kaufinteressent für den insolventen Windpark-Projektierer. Eine Konzerntochter sei vom Prokon-Gläubigerausschuss als bevorzugter Investor ausgewählt worden, teilte EnBW mit. Geboten werde ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag.

Außer EnBW hatte auch der Hamburger Solarparkbetreiber Capital Stage Interesse an einer Prokon-Übernahme. Über ein Tochterunternehmen wollte Capital Stage knapp 95 Prozent an Prokon selbst übernehmen, für den Rest sollte ein weiterer ungenannter Investor aufkommen. Mit der Entscheidung des Gläubigerausschusses ist diese Variante nun aber aus dem Rennen.

Ob Prokon allerdings tatsächlich von EnBW übernommen wird, dürfte sich erst im Juli entscheiden. Dann trifft sich voraussichtlich die Gläubigerversammlung, rund 75.000 Anleger können dann über die Zukunft Prokons entscheiden. Dabei stehen zwei Optionen zur Wahl: Entweder Prokon wird an EnBW verkauft - oder die bisherigen Anleger wandeln das Unternehmen in eine Genossenschaft um, verzichten auf eine Auszahlung des Verkaufserlöses und führen Prokon in Eigenregie weiter.

fdi/Reuters



insgesamt 18 Beiträge
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isegrim der erste 12.05.2015
1. Da dürfte es manchen Anleger von Prokon grausen -
wenn er sieht, dass sich sein angelegtes Geld möglicherweise bald beim Atomstromer EnBW befindet.
iStone 12.05.2015
2. EnBW wird den Zuschlag nicht bekommen
"Geboten werde ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag". Wenn man bedenkt, dass Prokon Gewinn macht (ohne den Müll mit Wäldern, Bioethanol und Paletten, die Robertus mehr oder weniger illegal verzockt hat), wären die Anleger ziemlich dumm, wenn sie an EnBW verkaufen. Ich werde sicherlich dagegen stimmen.
tobiash 12.05.2015
3. Klassenlampf
Dann befindet sich Prokon ja bald in guter Gesellschaft mit Juwi und Windwärts, die beide beim ehemaligen Feind, den großen Stromkonzernen gelandet sind. Langsam wird allen Beteiligten klar, warum Prokon & Co wirklich in die Pleite getrieben wurden. Nur, um den großen Energieversorgern günstig in die Hände zu fallen. Ich hoffe, die Genussrechtsinhaber fallen nicht drauf rein und stimmen für die Fortführung Prokons als Genossenschaft. Zur Not muss dann eben Rodbertus reaktiviert werden dann stimmt auch die Rendite wieder.
Haref 12.05.2015
4. Also ich kann
nicht erkennen, daß Prokon von 'fremden Mächten' in die Pleite getrieben wurde. Das haben die Prokons schon selber verbockt. Wenn da jemand nach dem ruft, der die Karre in den Dreck gefahren hat (ja, der Herr Rosbertus hat gelenkt), darf man an gesundem Menschenverstand schon zweifeln...
Badischer Revoluzzer 12.05.2015
5. Für EnBW ist
die Kaufentscheidung zukunftsweisend. Richtiger Weg !
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